in Infodocc

Tobias Röttger
folge mir

Tobias Röttger

Rechtsanwalt Urheber- und Medienrecht bei gulden röttger | rechtsanwälte
Blogger, YouTuber, Rechtsanwalt und Gesellschafter von gulden röttger | rechtsanwälte. Meine Steckenpferde sind das Geistige Eigentum, Social Media, Persönlichkeitsrechte, Internet und Musik.
Tobias Röttger
folge mir

armer_hundWas haben Schauspieler und Anwälte gemein? Sie müssen sich Dritte hineinversetzen können, nehmen was sie bekommen und sind häufig nach eigener Ansicht chronisch unterbezahlt. Das Problem an der Sache, der Zuschauer bzw. der Mandant sieht dies komplett anders.

Man ist im Fernsehen zu sehen, also ist man berühmt und damit auch steinreich. Woher dieser Irrglaube kommt, kann man nur erahnen. In den Medien werden immer nur die Spitzengagen der Hollywoodstars kolportiert. Bei den Anwälten werden die Stundensätze der Großkanzleien als Maßstab herangezogen und gleich auf die gesamte Anwaltschaft übertragen.

Der Trend scheint auch in der Filmbranche woanders hinzugehen. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands der Film- und Fernsehschauspieler (BFFS) Hans-Werner Meyer beklagt die Dumpinglöhne in der Schauspielbranche.

Zum Teil erhalten Schauspieler Tagesgagen von 300 EUR, selbst Hunde am Set würden mehr verdienen. Der Aufschrei der Leute ist vorprogrammiert. 300 EUR am Tag, was soll denn die ganzen 1 Eurojobber, etc. sagen.

Ähnlich wie bei dem Stundensatz einer Kanzlei, muss man auch bei der Gage eines Schauspielers einen Blick hinter die nackten Zahlen wagen. Von der Gage muss der eigene Agent bezahl werden und die Kosten für Anreise, Unterkunft, etc. muss der Schauspieler, wenn es sich nicht um einen Star seiner Branche handelt, in der Regel selbst tragen. Daneben fallen noch Kosten für Fotos und Videoclips an, die unabdingbar für die Bewerbungsmappe sind. Hinzu kommt, dass der Schauspieler nicht permanent am Drehen ist. Drehpausen, Bewerbungsphasen und die Tage ohne Engagement bekommt er nicht vergütet.

Sind Schauspieler und Anwälte arme Hunde? Nein, wie in jedem anderen Beruf auch, gibt es Teile der Berufsgruppe die richtig gut verdienen, aber auch ein nicht unwesentlicher Anteil, der am Existenzminimum knabbert. Die Zeit, als den Schauspielern und den Anwälten die gebratenen Tauben in den Mund geflogen sind, ist vorbei. Der Wettbewerb ist härter geworden. Ist das schlimm? Nein, ich sehe es sogar als positiv an. Wettbewerb fördert die Kreativität und man muss sich und sein Konzept jederzeit hinterfragen. Wer einrostet, der geht auf Dauer unter. Das sind die Gesetze des Marktes.


Schreibe einen Kommentar

Kommentar

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 Stimmen, Durchschnitt: 4,00 aus 5)
Loading...