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Jahrzehnte wurde die Herstellung und er Verkauf von Bootlegs toleriert. Viel Bands und Künstler sammeln die Bootlegs der eigenen Band. Bisher ist man hauptsächlich gegen größere Händler vorgegangen. Jetzt geht es auch den Fans an den Kragen!

Tobias Röttger
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Rechtsanwalt Urheber- und Medienrecht bei gulden röttger | rechtsanwälte
Blogger, YouTuber, Rechtsanwalt und Gesellschafter von gulden röttger | rechtsanwälte. Meine Steckenpferde sind das Geistige Eigentum, Social Media, Persönlichkeitsrechte, Internet und Musik.
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Bootlegs sind unautorisierte Live-Mitschnitte, die als CD, LP, DVD oder MC angeboten werden. Das Angebot reicht von miserabler Qualität bis zu Produkten, die man kaum von offiziellen Live-Aufnahmen unterscheiden kann.

Das Herstellen, Anbieten und Verkaufen von Bootlegs ist illegal und kann sowohl zivilrechtlich per Abmahnung sowohl als auch strafrechtlich verfolgt werden.

 

Der Besitz und Kauf von Bootlegs ist straffrei. tweet

 

Im Gegensatz zum Filesharing und Raubkopien lassen nicht die Plattenfirmen das Anbieten und Verkaufen von Bootlegs abmahnen, sondern die Bands selbst. Diese werden durch die Bootlegs in Ihren Leistungsschutzrechten gem. §§ 73 ff. UrhG verletzt.

Die Kanzlei Sasse und Partner gehört wahrscheinlich zu den aktivsten Kanzleien im Kampf gegen das unerlaubte Anbieten und Verkaufen von Bootlegs.

Es wird für Bands wie Iron Maiden, Motörhead, Pink Floyd, Genesis, Mörtley Crue, etc. Anbieter von Bootlegs abgemahnt, die diese insbesondere über ebay, amazon und discogs anbieten.

Die sehr erfolgreiche deutsche Band Böhse Onkelz lässt über die Hamburger Kanzlei Zimmermann & Decker den Verkauf von Bootlegs abmahnen.

Für den Verkauf eines Bootlegs werden bereits Anwaltskosten in Höhe von über 700,00 € geltend gemacht. Daneben wird man aufgefordert eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abzugeben, Auskunft zu erteilen, das Bootleg zu vernichten und Schadensersatz zu leisten.

Selbst wenn man solche Bootlegs ganz normal bei Media Markt, Saturn, Müller oder Amazon erworben hat, darf man diese später nicht veräußern.

Man kann schon nachvollziehen, dass viele Fans entsetzt sind, die vielleicht die komplette offizielle Discografie des jeweiligen Künstlers besitzen, regelmäßig deren Konzerte besuchen und schon ein Haufen Geld in die Band „investiert“ haben, für den Verkauf eines Bootlegs von der Band anwaltlich teuer abgemahnt zu werden. Wir reden hier nicht von gewerblichen Händlern. Ein solcher Schuß kann auch nach hinten losgehen.

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