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Unruhen in Mainz. Stefan Raab zieht Fastnachter Horst Radelli alias Willi Windhund in den braunen Sumpf und stempelt ihn als Rassisten ab. 

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Karsten Gulden

Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht bei gulden röttger | rechtsanwälte
Outlaw: draußen unterwegs, drinnen Anwalt
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Auch wenn die Fastnacht in diesem Jahr komplett an mir vorbeiging, so musste ich doch schmunzeln, als ich einen Ausschnitt von Stefan Raabs Sendung vom 16.02.2015 sah. Dort wurde die Büttenrede des legendären Horst Radelli auszugsweise wiederholt. Radelli erzählte dort in seiner unnachahmlichen Weise, dass er Negerküsse genauso mag wie auch Mohrenköpfe und dass er sich auch sein Dach von einem Neger in Mainz decken lassen würde. Sollte die Dachdeckerei des Negers nicht zufriedenstellend sein, dann hadere er auch nicht, diesen Neger sein Kantholz spüren zu lassen.

Was zunächst wirklich braun klingt relativiert sich, wenn man weiß, dass mit dem Neger die gleichnamige Dachdeckerfirma Neger in Mainz gemeint ist, gegründet ebenfalls von einem Fastnachter – Ernst Neger (Heile, Heiel Gänsje, Humba Tätarä & so on…) Zusatzinfo: das Logo des Dachdeckerbetrieb Neger ist seit über einem halben Jahrhundert die Figur eines hammerschwingenden Schwarzen. Lustig sans die Meenzer Neger.

Raab nahm dieses gefundene Fressen zum Anlass und tünchte den Auftritt Radellis in das bekannte verwackelte schwarz-weiß Format der NS-Wochenschau. Oje.

So! Jetzt ist Zeit zum Aufregen. Fastnacht ist vorbei. Das Geheule kann losgehen oder auch nicht. In Mainz regen sich derzeit viele auf. Mehr über das Raab- als über das Negerlein. Schlecht recherchiert worden sei hier. Der arme Radelli stehe nun in einem schlechten Licht da. Stimmt und stimmt nicht.

 

Rechtlich ist an Raabs Vorgehen nichts auszustezen. Hier prallen Satire und Satire aufeinander. tweet

 

Man kann beide Seiten verstehen. Aber einen ernst gemeinten Rassismus-Vorwurf sehe ich hier nicht. Wahrscheinlich wird auch unser Windhund darüber schmunzeln.

Helau.

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Kommentar

  1. Ich habe den vortrag in Mombach gesehen, ich schreibe bewusst gesehen, den man konnte vieles nicht verstehen, weil er nicht vorgetragen , sondern vorgeschrien war. Dabei hat sich seine stimme überschlagen , er konnte die einzelenen wort garnicht mehr richtig formen, da er die laute schon vorher herausgebrüllt hatte. Ich kenne den Hosrte Radelli persönlich und ich würde mich nicht scheuen ihm das auch zu sagen, was wir alle damals am tisch gesagt haben:Das ist reaktionismus, ein abwatschen mit allem. Das war keine satyre , lieber Herr Gulden, das war der frust eines alternden Fastnachters, ohne witz und auch ohne geist. Das volk, obwohl es genau wie wir auch wahrscheinlich nur die hälfte verstanden hat, hat gejubelt. Ich sagte noch, jetzt fehlt nur noch der satz:“Wollt ihr den totalen Krieg“? Sie hätten genauso gejubelt, nichtwissend, warum sie jubeln.
    Politische Fastnacht bedeutet kritik, humorvoll rüberzubringen, doch daran mangelt es den meisten. Ein dummes draufschlagen hat mit literaischer Fastnacht nicht zu tun. Der h
    Horst kann es aber auch anders und besser,das war auf alle fälle schlecht.

    • Vielen Dank für die aufrichtige Einschätzung. Satire geht sehr weit. Wenig vorbildlich wäre es allerdings, wenn Raab mit seiner mitmaßlichen Einschätzung richtig liegen sollte.

      • Der Stefan Raab gefällt mir auch nicht und gerade er ist bei seinen auftritten nicht sehr zimberlich , wenn er auf kosten ander einen witz machen kann. Was mir aber bei dem Horts Radelli nicht gefiel war, dass er geradzu auf alles geschlagen hat. Der hat sich da in etwas hineingesteigert, das schon krankhaft aussah.
        Das gleiche thema mit witz und kleinen spitzen vorgetragen, das wäre Fastnacht und satire gewesen, so war es aber nur ein „Abwatschen“ mit allem was ihm nicht gefiel, sogar das harmlose „Seidenbachermüsli“(übrigends eine hervorragende werbung) blieb nicht verschont.

  2. ausgerechnet das Raab – „legendär“ sein „polit.korrektes Vorführen“ einer demenzkranken Dame vor Jahren zur „Bespassung der PISA-Deppen“ ! Bis heute von ihm keine öffentliche Entschuldigung dafür !!! In Deutschland fällt auf : viele waren 1968 „Volksfront“ – heute spielen diese BAFÖG-Rebellen von einst „Volksbelehrungfront“ und der Obrigkeitshörige Michel geht ihnen auf den Leim!

  3. Ich bin eine Afrikanerin. Ich habe denVortrag von Radelli gesehen und konnte einfach nicht fassen, dass DAS ein Witz sein soll. Herr Radelli sollte sich mit der Geschichte auseinandersetzen, um zu wissen, dass das Wort Neger herabwertend ist und aus diesem Grund nicht politisch korrekt ist. Natuerlich verstehe ich die Anspielung auf Hans Neger, aber sein Vortrag war einfach verbittert und geschmacklos. Es gibt einen Unterschied, ob man Witze ueber Wiesbadner macht, oder ob man sich ein heikles Thema aus der Geschichte aussucht, bei dem Menschen heute noch darunter leiden, und darueber Witze macht. Ginge es beispielsweise um die Juden, waere die Reaktion hier ganz anders! Sein ganzer Auftritt war durch und durch negativ! Ausserdem wollte er dem Obermessdiener nachmachen und es hat ihn nicht gelungen, wegen der undeutlichen Aussprache und vor allem, den geschmacklosen und herunterwertenden Witzen!!! Der „Barack Obama“ aka Herr Schloesser hatte auch so Witze erzaehlt mit einer Anspielung auf „Neger der Dachdecker“ und das war lustig…Wir verstehen schon Spass!! Aber so was … nein!

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