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Karsten Gulden

Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht bei gulden röttger | rechtsanwälte
Outlaw: draußen unterwegs, drinnen Anwalt
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Wir werden in letzter Zeit häufiger darauf aufmerksam gemacht, dass immer mehr Unternehmen mit unseriösen Gewinnspielen versuchen, ihre Facebook-Anhängerschaft zu vergrößern.

gewinnspiel

Aktueller Burner: „Der letzte Facebook-Kommentar gewinnt!“

Dies führt dazu, dass es Kommentare und Likes hagelt. Ein Münchner Radiosender schaffte es auf diese Art und Weise gestern zu 600.000 Kommentaren in 24 Stunden! Die Aktion wurde inzwischen von Facebook gelöscht. Wenige Stunden später werden wir darüber informiert, dass einer der größten Discounter Deutschlands die gleiche Masche einschlägt und den Gewinn einer Reise nach New York in Aussicht stellt, wenn man denn einen Kommentar abgibt – und zwar den letzten.

Nun sind wir keine Wettbewerbszentrale – ungeschoren werden die Unternehmen aber auf Dauer nicht davon kommen, wenn die Teilnahmebedingungen nicht klar und eindeutig definiert werden. Dafür werden die Konkurrenten sorgen, da diese Art der Gewinnspieldurchführung auch gegen geltendes Wettbewerbsrecht verstoßen dürfte, denn:

  • es gibt in der Regel keine Hinweise, wann das Gewinnspiel genau endet und wann der Gewinner verkündet wird
  • keine Hinweise zum Datenschutz
  • keine Hinweise zur genauen Gewinnerrmittlung
  • keinen Hinweis, wie der Gewinn später erlangt werden kann
  • etc. pp.

Promotion Guidelines von Facebook
Diese Gewinnspiele werden von Facebook in der Regel auch sofort gelöscht, da Facebook-Funktionen, wie z.B. die „Gefällt mir“-Schaltfläche, nicht zur Abstimmung über ein Gewinnspiel verwendet werden dürfen.

Unternehmen sollten daher die Finger von solchen Gewinnspielen lassen.

 

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Kommentar

  1. Sehr schön war auch die LIDL Aktion:

    Es gewinnt die Person, welche es schafft, hintereinander 20 Kommentare am Stück zu schreiben, es darf aber keiner anderer dazwischen kommen.

    Auch ein Ding der Unmöglichkeit in zweierlei Hinsicht, wo bleibt der Mehrwert und wann schaltet sich der Spamschutz von Facebook dazwischen.

    • Ich habe mal dort die Kommentare beim Facebook-Radiosender durchgelesen und einer trifft dort den Nagel auf den Kopf, demnach müsste der Radiosender Insolvenz anmelden und jeder Kommentator müsste dann die 10.000 Euro erhalten, weil im Prinzip jeder dort einen (letzten) Kommentar (nach der Abmeldung) hinterlassen hat.

      Und LIDL hat es ziemlich „tricky“ gemacht, so dass die Sache deutlich erschwert wird.

      Was sind das für Kommentare dort? Ist es mehr Blabla…bla, Werbung (Hier kauf ich!) oder höhere und intellektuelle geistige Ergüsse wie z.B. Gedichte?

      Demnach müsste FACEBOOK auch bei LIDL eingreifen und es gibt einen Grund: Wegen Datenschutz und so, denn LIDL ist schon scharf auf die Daten und die machen das nicht aus Nächstenliebe – Generell sollten bei allen Unternemen die Gewinnspiele verboten werden – außer Tombola, wo man nichts angeben muss und man eine Los-Nummer kauft!

      • Bei einem Like zu einem Kommentar werden keinerlei Daten übertragen. Da müsste sich der Gewinnspielanbieter schon die Mühe machen, alle Profile aufzurufen, nach öffentlichen zu durchsuchen, um dann dort persönliche Daten einsehen zu können.

        • Ich habe nicht die „Likes“ gemeint, sondern generell die persönlichen Daten, irgendwohin müssen doch die Gewinnsachen an Jemanden zugestellt/ausgeliefert/übertragen werden, weil dadurch hat vor allem Facebook den „Big Brother Award 2011“ verliehen bekommen.

          http://www.bigbrotherawards.de/2011/.comm1

          Bei einem „Like“ werden auch Daten übertragen, zwar nicht die Kompletten aber immerhin, weil mir aufgefallen ist, dass viele Online-Print-Medien, vor allem beim Axel-Springer-Verlag, die Kommentare mit dem Facebook-Account des Nutzers / Kommentators verknüpft werden, weil Facebook auch danach eine Abfrage macht, ob man das möchte.

          P.S.: Ich kann mich aber auch irren!

  2. Allen voran wieder die Bayern!
    Überall sind die immer Erster – Beim Fußball – Bei den Bundestagswahlen – Bei den Spendierhosen usw..
    Zitat von Herrn Rösler: „Liebe Freunde…(Pause)…wir alle wissen…(Pause)…in Bayern…(Pause)…ticken die Uhren anders!“

    Da wird mal so demonstrativ die Kohle in die Kameralinse gehalten, tja, das sind eben die alten 9Live-Methoden. „Der Hot-Button hat wieder zugeschlagen!“

    Und man dachte schon die 9Live-Moderator/inn/en, mitsamt ihren unseriösen Geschäftspraktiken, sind in der Versenkung verschwunden und schwuppdiwupp tauchen deren Klone wieder auf FACEBOOK auf.

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