Ist kein Geld zum Klagen vorhanden?

Die Pornoindustrie hält nicht was sie verspricht!

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pornoindustrie01Jeder kennt inzwischen die typischen Abmahnschreiben, die im Auftrag vieler Pornofirmen wegen Urheberrechtsverletzungen an Ihren Werken massenhaft versendet werden.

Alle Abmahnungen haben eins gemeinsam, in den Schreiben wird gegenüber dem Abgemahnten eine Drohkulisse aufgebaut, die ihm zur sofortigen Abgabe der vorgefertigten Unterlassungserklärung und insbesondere zur Zahlung von pauschalisierten Schadensersatzforderungen in Höhe von 450,00 EUR bis ca. 1.500 EUR pro Fall verleiten sollen.

Jede Abmahnung endet mehr oder weniger mit der finalen Drohung, dass wenn den Forderungen nicht umgehend nachgekommen wird, der (Porno-) Mandantschaft angeraten wird, ihre Forderungen gegenüber dem Abgemahnten vollumfänglich gerichtlich geltend zu machen. Hierbei sollte sich der Abgemahnte im Klaren darüber sein, dass dies mit nicht unerheblich weiteren Kosten für ihn verbunden sei.

Unsere Statistik hat ergeben, dass diese Aussage in den überwiegenden Fällen scheinbar eine leere Versprechung ist. Wir haben alleine aus dem Jahr 2008 über 300 Fälle von Pornoabmahnungen, die verjährt sind.

Die großen Firmen aus dem Musik- und Filmbusiness haben in der Vergangenheit gezeigt, dass es ihnen mit dem Klagen durchaus ernst ist. Da stellt sich die Frage, ob ein Großteil der Rechteinhaber aus der Pornobranche überhaupt Geld hat, um ihre angeblichen Forderungen einzuklagen. Immerhin müsste in vielen tausend Fällen Gerichtskostenvorschüsse geleistet werden.

Daneben wird von den beauftragten „Abmahnkanzleien“ immer wieder betont, dass sämtliche anwaltliche Dienstleistungen von ihren Mandanten aus der Pornobranche bezahlt worden und daher ihre Forderungen auch vollumfänglich gerechtfertigt seien. Wenn dem tatsächlich so ist, musste die Pornobranche in der Vergangenheit herbe Verluste einfahren, bei der Masse an Abmahnungen, deren Forderungen nicht erfüllt worden und verjährt sind.

Ein Schelm, der da böses denkt.

Über Tobias Röttger

Beruf: Rechtsanwalt für Urheber-, Medien- und Persönlichkeitsrecht | Leidenschaften: Musik, Design, Foto, Reisen und Natur

Ein Kommentar
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  1. Will mich die Pornoindustrie eines Besseren belehren? › Infodocc

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