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Emoji & Emoticons – Bildschriftzeichen auf deutsch – haben für viele Menschen die lästigen Schriftzeichen abgelöst. Kommuniziert wird über emotionale Bildchen, die jeder Knallkopp versteht. Internationale Kommunikation sozusagen. Aber: die Verwendung von Emoji & Emoticons kann strafbar sein. Aktuell: Der Stinkefinger-Emoji

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Karsten Gulden

Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht bei gulden röttger | rechtsanwälte
"der gute Ruf za(e)hlt"
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UPDATE 30.07.2015:

WhatsApp fügt den Stinkefinger als Emoji hinzu. Das Update (Version 2.12.210) steht für Android-Geräte auf WhatsApp.com zum Download bereit.

 

WhatsApp Nutzer können sich strafbar machen, wenn sie den Stinkefinger Emoji versenden. tweet

 

Emoji & Emoticons in der schnelllebigen Kommunikation? Ja! Und wie! Emoji & Emoticons wecken Emotionen und können Informationen übermitteln. Sogar gleichzeitig – ganz ohne Rechtschreibfehler.

Darin stecken zugleich auch Gefahren für die Anwender, wenn die Emoji & Emoticons gezielt eingesetzt werden, um die Empfänger bspw. zu bedrohen oder zu nötigen. Das ist strafbar!

WIRED berichtet aktuell über einen spektakulären Fall in den Staaten, in dem eine Richterin anordnete, dass „Punktierung und Emoticons berücksichtigt“ werden müssten, da sie „Teil der Beweiskraft des Dokuments seien.“

WIRED meint, dass die Emoji & Emoticons „nur Informationen innerhalb eines ganzen Bündels von Indizien (seien), die bewertet und gewichtet werden müssen.“

Das sehe ich anders und setze noch einen drauf!

Ich gehe soweit und behaupte, dass

 

die Versendung eindeutiger Nachrichten, die ausschließlich aus Emoji & Emoticons bestehen, strafbar sein können. tweet

 

Ja, aber, das sind doch nur Witzbilder?!

Ja und Nein. Es kommt auf die Zusammenstellung an und letzten Endes auf die Wirkung, die beim Opfer erzielt wird.

So kann ein Revolver-Bildchen durchaus Angst und Schrecken beim Empfänger bereiten, selbst dann, wenn im Vorfeld keinerlei Kommunikation stattgefunden hat.

Für eine Nötigung oder sexuelle Belästigung bedarf es keiner Buchstaben oder Zahlen. Das bekommen die kleinen Bildchen ganz alleine hin. Einfach mal kurz darüber nachdenken!

 

Kein Mensch ist nur durch Buchstaben und Zahlen verletzbar. Merken! tweet

 

User sollten sich daher überlegen, in welcher Reihenfolge sie wann, welche
Emoji & Emoticons wem übermitteln und im Zweifel eine Erklärung mit eindeutigen Schriftzeichen hinzufügen, um Missverständnisse und Strafbarkeiten zu vermeiden. Ist gar nicht so schwer & tut nicht weh.

 

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Kommentar

  1. Ich halte es nur für problematisch, dass nicht sichergestellt werden kann, ob es die Absicht des Schreibers war, genau diesen Smiley zu senden. Bei mehreren ist das natürlich etwas Anderes und außerdem sollte man ja auch darauf hinweisen, wenn es sich um ein Versehen gehandelt hat.

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