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Karsten Gulden

Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht bei gulden röttger | rechtsanwälte
Outlaw: draußen unterwegs, drinnen Anwalt
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In den USA versuchen offenbar Pornostudios, die Inhaber wahllos gesammelter IP-Adressen mit ungerechtfertigten Abmahnungen zu erpressen. Dagegen hat jetzt eine Betroffene geklagt, da sie sich bedroht fühlt.

Sammelklage Bit-Torrent

Der Vertrieb von Pornographie mag wohl auch nicht mehr das Geschäft sein, das es einmal war. Dem US-amerikanischen Magazin Wired zufolge versuchen derzeit einige Pornostudios in den Staaten, durch wahllose Abmahnung von Bit-Torrrent-Usern Einnahmenrückgänge auszugleichen. Jennifer Barker aus Louisville hat die Studios Elegant Angel, Malibu Media, K-Beech, Third Degree Films und Raw Films vor einem Gericht in Dade County/Florida verklagt und im Namen von 200.000 Betroffenen den Status einer Sammelklage beantragt.

So jedenfalls berichtet das amerikanische Branchenmagazin xBiz.com.

Fischen im Milchigen

Die Pornostudios machen sich nach Angaben von Jennifer Barker noch nicht einmal die Mühe, schriftlich abzumahnen: Sie sammeln willkürlich Adressen von Bit-Torrent-Nutzern und erstatten Anzeige gegen unbekannt. Daraufhin weisen Gerichte die Internetprovider an, die zughörigen Adressdaten herauszugeben. Die so ermittelten Opfer werden angerufen und mit der Beschuldigung konfrontiert, urheberrechtlich geschütztes Material illegal heruntergeladen zu haben. Um eine öffentliche Bloßstellung und hohen Schadenersatz zu vermeiden, sollen die Opfer die Sache auf dem Vergleichsweg mit einer Pauschalzahlung aus der Welt schaffen, berichtet Jennifer Barker. Sie wirft in ihrer Klage den Studios nun unter anderem Betrug, Verleumdung und unrechtmäßiger Bereicherung vor und fordert Schadenersatz in Höhe von 10.000.000 US-Dollar. Die Forderung einer solchen Summe wäre in Deutschland undenkbar.

Das Vorgehen einiger Pornoprotagonisten in Deutschland ist nicht viel besser zu bewerten. Allerdings kommt es bisweilen vor, dass nicht versucht wird, Umsatzrückgänge zu kompensieren, sondern erstmalige Geldeinnahmen zu erschließen. Auch hier sollten Abgemahnte keinen Cent an die Drahtzieher zahlen – auch nicht an die Kanzleien.

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  • Pornostudios erpressen vermeintliche Torrent-Nutzer « subcomandante ✸ Stil Macht Mode

    […] übrigen raten Anwälte sowieso zunächst mal, nichts zu zahlen und gleich den Lieblingsanwalt seiner Wahl zu kontaktieren. Sie wissen schon, knick, knack […]

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