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Tobias Röttger
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Tobias Röttger

Rechtsanwalt Urheber- und Medienrecht bei gulden röttger | rechtsanwälte
Blogger, YouTuber, Rechtsanwalt und Gesellschafter von gulden röttger | rechtsanwälte. Meine Steckenpferde sind das Geistige Eigentum, Social Media, Persönlichkeitsrechte, Internet und Musik.
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„Abmahnung wegen Urheberrechtsverletzung“ prangt auf dem Brief, den ein Betroffener per Poste bekommen hat! Abgesendet wurde der Brief angeblich von einer englischen Kanzlei namens Robert Barber. Diese soll für die Firma xfun film Ltd. abmahnen. „Sucking housewifes reloaded – Julias pleasure“ heißt das edle Werk, welches angeblich verteilt worden sein soll. 280,00 € soll man dafür bezahlen.

Fake oder nicht Fake, ist die Frage

Abmahnung-Robert-Barber-FBVon Fake-Abmahnungen, die per Post versendet worden sind, habe ich bisher noch nicht gehört. Eine englische Kanzlei namens Robert Barber existiert auch. Und dann hört es mit der Realität schon auf.

Laut Briefkopf hat die Kanzlei ihren Sitz in London. Falsch, der Sitz ist in Nottingham. Die angegebene Telefonnummer ist auch nicht korrekt. Der Rechteinhaber existiert scheinbar gar nicht, man findet zumindest nichts im Internet über die Firma und über das angebliche Meisterwerk ebenfalls nichts.

Streaming oder Filesharing – einfach beides

Der Abgemahnte soll es unterlassen, die Datei über Tauschbörsen zu verbreiten und gleichzeitig soll er die Datei nicht über Streamingportale wie YouPorn und Xhamster konsumieren – aha. Streamingabmahnung – redtube / U+C – da war doch was. Was denn nun, Filesharing oder Streaming. Pauschal einfach alles unterlassen.

Gerichtliches Auskunftsverfahren

Ein gerichtliches Auskunftsverfahren habe es auch gegeben, was man nach dem U+C / redtube Desaster kaum glauben mag. Das Aktenzeichen und das Gericht werden selbstverständlich nicht genannt.

Nachweise?

Es wird nur das angebliche Tatdatum genannt. Die genaue Uhrzeit, die Tauschbörse, die IP-Adresse, der Provider und der Hasch-Tag werden nicht genannt. 280,00 € soll der Abgemahnte zahlen.

Und am Ende kommt der absolute Knaller:

„Mit Ihrer Zahlung bestätigen Sie zudem die Unterlassung weiterer o.g. Handlungen.“

Soll wohl heißen, schickt ja keine Unterlassungserklärung, wir wollen nur euer Geld. Die Frist ist äußerst kurz bemessen.

Fazit

Dieses Schreiben zerreißen und wegwerfen. Auf keinen Fall bezahlen, es handelt sich um Betrug und Fake. Das Geld sehen Sie nie wieder. Diese „Abmahnung“ ist auf einen etwas höheren Niveau, als die ganzen bekannten E-Mail Fake-Abmahnungen. Ein Laie könnte diese tatsächlich ernst nehmen. Perfide ist, dass Filesharing und Streaming inkl. der größten freien Porno-Streaming-Portale (YouPorn / Xhamster) angesprochen werden. Damit ist die Wahrscheinlichkeit wesentlich höher, dass die Abmahnung eine Person erreicht, die vielleicht tatsächlich mal auf einen dieser Portale war oder Filesharing betrieben hat. Dann handelt es sich noch um einen Porno. Damit die Sache schnell aus dem Weg ist, wird dann aus Angst häufig gezahlt. Eine ganz miese Masche.

Auf keinen Fall zahlen!!!

 

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Kommentar

  1. Ach ja, die ganzen Filesharing/Streaming-Abmahnungen der letzten 10 Jahre sind im Primzip auch „Fake“.
    Im Grunde genommen kann man jede IP-Adressen, die gelistet sind und auch in den E-Mail-Kopfzeilen auftauchen, nehmen und so auch sein ganzes Wohngebiet abmahnen lassen. Die Provider kann man auch ausfindig machen, indem die gesamten W-LAN-Router erfasst, die schon eine bestimmte Bezeichnug haben, wo man schon dem Provider zuorden kann, z. B. O2 WLAN, und Hashtags kann generieren und auf entsprechenden Webseiten auch platzieren. Und bei den gelisteten IPs kann man eine WHOIS-Lookup-Abfrage machen, da sind schon die Internet-Provider genannt.

    • Ach ja, die ganzen Filesharing/Streaming-Abmahnungen der letzten 10 Jahre sind im Prinzip auch “Fake”.
      Im Grunde genommen kann man jede IP-Adressen, die gelistet sind und auch in den E-Mail-Kopfzeilen auftauchen, nehmen und so auch sein ganzes Wohngebiet abmahnen lassen. Die Provider kann man auch ausfindig machen, indem die gesamten W-LAN-Router erfasst, die schon eine bestimmte Bezeichnug haben, wo man schon dem Provider zuorden kann, z. B. O2 WLAN, und Hashtags kann generieren und auf entsprechenden Webseiten auch platzieren. Und bei den gelisteten IPs kann man eine WHOIS-Lookup-Abfrage machen, da sind schon die Internet-Provider genannt.

    • Ach ja, die ganzen Filesharing/Streaming-Abmahnungen der letzten 10 Jahre sind im Prinzip auch “Fake”.
      Im Grunde genommen kann man jede IP-Adressen, die gelistet sind und auch in den E-Mail-Kopfzeilen auftauchen, nehmen und so auch sein ganzes Wohngebiet abmahnen lassen. Die Provider kann man auch ausfindig machen, indem man die gesamten W-LAN-Router erfasst, die schon eine bestimmte Bezeichnug haben, wo man schon dem Provider zuordnen kann, z. B. O2 WLAN, und Hashwerte kann generieren und auf entsprechenden Webseiten auch platzieren. Und bei den gelisteten IPs kann man eine WHOIS-Lookup-Abfrage machen, da sind schon die Internet-Provider genannt.

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  • Abzocke: Internetnutzer erhalten Abmahnung wegen Pornos 24. Oktober 2014

    […] nur der Name missbraucht werden. Das berichtet zumindest der Focus. Weiter schreibt Rechtsanwalt Tobias Röttger, die besagte Anwaltskanzlei existierte zwar, allerdings stimme der angegebene Hauptsitz nicht. Die […]

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