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Karsten Gulden

Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht bei gulden röttger | rechtsanwälte
Outlaw: draußen unterwegs, drinnen Anwalt
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Der Präsident der BITKOM Prof. Dieter Kempf  hat die Tage verlauten lassen, dass die bisherigen Reformen des Urheberrechts reine Flickschusterie seien. Eine Reform des Urheberrechts müsse her. Das Urheberrecht der Zukunft müsse flexibel und technologieneutral sein. Zudem müsse man das Abmahnunwesen stoppen, da die NUTZER das Verständnis für das Urheberrecht verlieren würden. Reform Urheberrecht

Das hört sich alles gut an – neu sin diese Floskeln allerdings nicht. Diskutiert wurde auch bereits darüber. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass der Hightech-Verband BITKOM befürchtet, dass die Nutzer das Verständnis für das Urheberrecht verlieren würden. Da mag was dran sein, wenngleich auch viele Nutzer ein solches Verständnis wohl niemals aufbringen werden.

Fakt ist, dass sich ein abstraktes und zugleich aktuelles Urheberrechtsgesetz nicht verwirklichen lässt, da die technologischen Fortschritte Siebenmeilenstiefel anhaben. Da kann ein kodifiziertes Gesetz niemals mithalten. Wenn wir Aktualität im deutschen Urheberrecht fordern geht kein Weg am ohnehin schon praktizierten „Case Law“ vorbei. Ein solches ist flexibel, up-to-date und benötigt keine Jahre bis zur Rechtskraft. Eine gefestigte Rechtsprechung braucht ebenfalls ihre Zeit, ist aber auch immer am Puls der Copyrighttime.

Fazit: Das deutsche Urheberrechtsgesetz ist besser als sein Ruf. Man muss es nur verstehen. Dieses Verständnis kann man nicht von den Nutzern verlangen – dafür ist die Materie zu komplex. Die Urheber und Verwerter müssen es lernen, den Sinn und Zweck des Urheberrechts zu verstehen – dann wäre beiden Seiten geholfen.

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