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Tobias Röttger
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Rechtsanwalt Urheber- und Medienrecht bei gulden röttger | rechtsanwälte
Blogger, YouTuber, Rechtsanwalt und Gesellschafter von gulden röttger | rechtsanwälte. Meine Steckenpferde sind das Geistige Eigentum, Social Media, Persönlichkeitsrechte, Internet und Musik.
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Anti-Piracy-Clip ohne LizenzWas für eine Ironie: Ausgerechnet für die Musik eines Anti-Piracy-Clips hat es die niederländische Verwerter-Agentur Stemra (das niederländische Pendant zur GEMA) vergessen, Tantiemen an den Künstler auszuzahlen. Ein Amsterdamer Gericht verhängte eine Geldstrafe von etwa 20.000 Euro und bestätigte die Forderungen des Musikers in Höhe von etwa 160.000 Euro, meldet das IT-Newsmagazin digitaljournal.com. Der Fall schlug in der Hauptstadt der Niederlande Wellen.

Und dabei behaupten die Verwertungsgesellschaften immer wieder, sie würden gegen Raubkopierer im Namen der armen Künstler in den Krieg ziehen. Doch selbst wer Rechte hat, muss diese ab und zu mal gerichtlich durchsetzen – sogar gegen die Rechteverwerter. Das musste der niederländische Musiker Melchior Rietverldt am eigenen Leib erfahren.

Im Jahr 2006 hatte er ein Musikstück für eine Anti-Piracy-Kampagne bei einem lokalen Filmfestival komponiert. Ein Jahr später entdeckte er sein Werk auf einer Harry-Potter-DVD. Besonders empörend: Der Anti-Piracy-Clip war ohne seine Erlaubnis mit seiner Komposition auf Dutzenden von DVDs in den Niederlanden und im Ausland hinterlegt! Als sich Rietveldt an die zuständige Stemra wandte, musste er feststellen, dass diese zwar seine Rechte vertreten, aber es versäumt hatte, ihn für das oft verwendete Musikstück zu bezahlen. Die Stemra gab ihm einen Vorschuss von 15.000 Euro und das Versprechen, eine Liste der anderen DVDs zu übermitteln, die seine Komposition verwendeten. 2009 bekam der Künstler nach einem Streit mit der Verwertungsgesellschaft weitere 10.000 Euro. Das Gericht in Amsterdam stellte nun fest, dass Rietveldts Komposition auf mindestens 71 kommerziellen DVDs verwendet worden war und dass die Agentur fahrlässig gehandelt habe. Sie wurde mit einer Geldstrafe von 20.000 Euro belegt und muss künftig ausstehende Zahlungen leisten. Übrigens: Auf die von der Stemra versprochene DVD-Liste wartet der Künstler noch immer.

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