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Derzeit kursieren etliche Horror-WhatsApp-Kettenbriefe. Die Verfasser machen sich wegen Nötigung strafbar, sind aber meist nicht zu fassen. Auch die Weiterleitung an Freunde kann strafbar sein.

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Karsten Gulden

Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht bei gulden röttger | rechtsanwälte
Outlaw: draußen unterwegs, drinnen Anwalt
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Kettenbriefe werden seit einigen Jahren auch über die sozialen Netzwerke verteilt. Neu sind die brutalen Inhalte, die Kinder und Jugendliche in Angst und Schrecken versetzen.

Beispiel:

„wenn du diese Nachricht nicht an deine Freunde weiterschickst, dann werden deine Eltern sterben und wir werden dich in Stücke schneiden und dein Blut trinken.“

Der Gang zur Polizei ist dabei meist so überflüssig wie auch die Horror-Nachrichten selbst. Machtlosigkeit macht sich breit, da sich die ursprünglichen Hintermänner oder Frauen meist nicht ermitteln lassen, da die Nachrichten zu oft von zu vielen Personen weitergeleitet wurden. Die Spuren verwischen.

 

Keinesfalls sollte die WhatsApp-Horror-Nachricht aus Angst und Schrecken weitergeleitet werden. tweet

 

Wer die Horror-Nachrichten auf WhatsApp weiterleitet, der macht sich nicht strafbar, es sei denn, die Weiterleitung erfolgt in der Absicht, die Empfänger der Nachricht in Panik zu versetzen.

 

Dann kann man sich wegen Nötigung strafbar machen. tweet

 

Wer wirklich etwas gegen diesen brutalen Unfug unternehmen möchte der sollte

  1. die Nachricht sofort löschen und
  2. mimikama darüber in Kenntnis setzen —Meldeformular

Mimikama, der Verein, der aktiv den Internetmissbrauch bekämpft, informiert täglich die Öffentlichkeit über solche Kettenbriefe und klärt über Missbrauchsfälle im Internet auf. Mimikama hat sogar eine eigene Seite auf Facebook eröffnet, die sich ausschließlich mit dem Thema „WhatsApp“ beschäftigt. Die Seite nennt sich „ThatsApp“. Hier kann jeder gerne mithelfen.

Erwachsene mögen über die digitalen WhatsApp-Brutalitäten schmunzeln, die meisten Kinder und Jugendlichen tun es nicht.

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Kommentar

  1. Ich bin immer wieder überrascht, dass diese Kettenbriefe irgendwie nie aussterben.

    Die wenigsten, die solche Nachrichten weiterleiten, glauben doch tatsächlich an den Inhalt. Und witzig sind sie auch nicht.

    Löschen ist die einzig richtige Reaktion. Mimikama kannte ich noch gar nicht. Danke für den Tipp 🙂

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