Julia Schramm – Kinder an die Macht

“…ihr Ficker, ihr macht mir das Geschäftsmodell nicht kaputt”

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Seit nunmehr fünf Jahren wird über das Spannungsverhältnis des Urheberrechts zur digitalen Welt diskutiert. Aktuell auch von den Strafrechtlern Nebgen und Vetter, die das Urheberrecht und die digitale Welt zu erklären versuchen. Im Zuge der Diskussionen wurden die Piraten geboren. Wer der Vater, wer die Mutter ist, weiß keiner so genau. Zu viel wurde herumgehurt. Julia SchrammGeboren wurde auch Julia Schramm. Vor mehr als 20 Jahren. Hört man ihr beim Sprechen zu, fällt dies allerdings schwer zu glauben. Nun will sie die Piraten anführen. Inhalte erscheinen ihr nicht so wichtig. Sie hält es mit Adenauer, den sein (dummes) Geschwätz von gestern am folgenden Tag egal war. Sie legt noch einen drauf.Ausgesprochenes wird gleich wieder vergessen oder ins Gegenteil verkehrt. Ist ja auch nicht so schlimm, wenn es nicht auf die Inhalte ankommt. Da kann sie ruhig auch der Meinung sein, dass der Begriff des „geistigen Eigentums “ekelhaft“ sei, aber auch verlangen, dass alle Menschen, die ihr Buch haben wollen, dafür zahlen müssen. Das Ganze soll ja nicht umsonst gewesen sein, nicht wahr? Schramms verbalisierter Nonsens ist ein kleiner Vorgeschmack auf das, was uns in Zukunft an Inhalten erwarten dürfte, wenn im Netz alles frei würde, wie es die Piraten gerne so polemisch formulieren.

Mein Unverständnis teile ich mit einem Berliner Piraten, der in der FAZ zitiert wurde: „Kann jemand mit der Internetkompetenz einer Zwölfjährigen die Partei repräsentieren?“ Ich denke nicht!

Über Karsten Gulden

Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht - Sportler: Bergsteigen, Klettern, Expeditionen und Laufen

11 Kommentare
  1. RA Kompa sagt:

    Lieber Herr Kollege,

    mit Ihrer Überschrift unterbieten Sie jedes mir bekannte Niveau der streitfreudigen Piraten. Der verlinkte FAZ-Beitrag ist veraltet.

    Die angeblich fehlenden “Inhalte” hätten Sie hier finden können: http://www.kanzleikompa.de/2012/04/23/wahlprogramm-der-piraten/ und hier: https://www.piratenpartei.de/politik/wahl-und-grundsatzprogramme/

    Frau Schramm ist bei den Piraten alles andere als unumstritten und wurde öffentlich scharf kritisiert. Sämtliche ihrer Kandidaturen beim Bundesparteitag in Neumünster blieben dramatisch erfolglos bis auf den Posten als Beisitzerin , bei dem das Mitbewerberfeld mangels bekannter Kandidaten schwach war. Dessen ungeachtet spielt bei uns der Vorstand keine Führungsrolle, sondern darf die Basis verwalten und als deren Sprachrohr dienen. Der Vorstand hat also keine “Macht”. Im Gegenteil gibt es bei den Piraten sogar große Vorbehalte gegen eine Vereinbarung von Parteiämtern mit parlamentarischen Ämtern, so dass Frau Schramm absehbar auch keine Macht über Sie bekommen dürfte. Ihre Angst vor Frau Schramm ist also unbegründet.

    Dessen ungeachtet haben Frau Schramms unreife Äußerungen polarisiert und damit einen fruchtbaren Dialog provoziert. Sie hat diverse Standpunkte im Bezug auf Datenschutz revidiert. Ideologische Politiker hätten das vermutlich nicht getan.

    Wie dem auch sei, wenn Sie einzelne Personen als repräsentativ für eine Partei ansehen, werden wir keinen Konsens finden. Die Piratenpartei hat derzeit mehr als 31.700 Mitglieder.

    Nicht Frau Schramm steht derzeit zur Wahl, sondern Dr. Joachim Paul, ein Kandidat von Format: http://www.heise.de/tp/artikel/36/36918/1.html

    Mit freundlichen Grüßen

    RA Markus Kompa
    (Mitglied im neu gewählten Bundesschiedsgericht der Piratenpartei)

    • Karsten Gulden sagt:

      Werter Herr Kompa, vielen Dank für Ihre konstruktiven Hinweise. Als “echter” und auch gebildeter Pirat werden Sie sicherlich darauf hinwirken, dass solche Zitate – wohlgemerkt: Zitate – in der Zukunft der Vergangenheit angehören werden!

      Wünsche Ihnen noch einen schönen Tag und viel Erfolg bei Ihrem geplanten Aufstieg auf der politischen Karriereleiter!

      • RA Kompa sagt:

        Lieber Herr Kollege,

        Sie irren mit jeder Zeile.

        Ich werde auf niemanden “einwirken”, denn wir schätzen die Freiheit, insbesondere die des Individuums. Sollten sich kommendes Jahr überzeugendere Kandidaten finden, wird Frau Schramm vom Schwarm wieder abgewählt. Das ist nun einmal Basisdemokratie.

        Mir ist auch nicht bekannt, dass ich eine “Karriere” anstrebe. Ich habe mich für keinerlei politische Ämter aufstellen lassen, sondern betrachte die Piratenpartei als ein alternatives Betriebssystem. Bei uns darf jeder – sogar Nichtmitglieder wie Sie – inhaltliche Anträge stellen. Sollten wir zu wenige Inhalte haben, wäre dies daher auch Ihr versagen …
        https://www.youtube.com/watch?v=ogEotGgREyE&feature=relmfu

        Ich leiste meinen bescheidenen Beitrag, den Laden am Laufen zu halten. Bei uns gibt es nur ehrenamtliches Personal. Berufspolitiker und Karrieristen sind bei uns nicht gern gesehen.

        Mit freundlichen Grüßen

        RA Markus Kompa

  2. Karsten Gulden sagt:

    ….Ihre Worte beruhigen mich ein wenig. Wie halten Sie es denn mit der Freiheit des Zitierens? Was soll der Hinweis, dass sie “Mitglied im neu gewählten Bundesschiedsgericht der Piratenpartei” sind, wenn Ämter, Titel und dergleichen keine Rolle spielen in der Welt der Piraten? Die Piraten müssen noch vieles lernen, auch, dass Kritik, in welcher Form auch immer, ebenfalls zu einer Demokratie gehört. Ich kann mich eben des Eindrucks nicht verwehren, dass es doch den ein oder anderen Karrieristen in den Reihen der Piraten gibt und auch geben wird, der den Hype um die Piraten gandenlos ausnutzen wird, um sich selbt hervorzubringen und zu vermarkten. Das ist und wäre traurig, da bei aller Kritik, Themen gesellschaftsfähig geworden sind, die vorher nur die “Nerds” beschäftigten. Dieses Sprachrohr sollte nicht durch die bekannte und geächtete Spezies der trägen Berufspolitikers verstopft werden. Wo dies hinführt hat die FDP eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Die Wiederholung einer solchen Lachnummer sollte tunlichst vermieden werden.

  3. Stefan Richter sagt:

    Sehr geehrter Herr Kollege Gulden,

    erkennbar wollte der Kollege Kompa doch wohl mit der Unterzeile auf eine Bindung an die Piraten hinweisen und damit offenlegen, nicht völlig neutral zu sein. Einen solchen Eindruck nicht erst entstehen zu lassen, halte ich für ehrenwert. Hieraus so mir nichts Dir nichts den Schluss auf geplante Aufstiege auf Karriereleitern zu ziehen, finde ich im Sinne eines auch von mir vertretenen weiten Verständnisses von Meinungsfreiheit zwar zulässig, aber doch wenig geschmackvoll.

    Mit freundlichen Grüßen

    RA Stefan Richter

  4. Arno Lampmann sagt:

    Vielen Dank für Ihren Beitrag und die Kommentare der “enternden” Kollegen!

    Hierüber

    “Mir ist auch nicht bekannt, dass ich eine “Karriere” anstrebe. Berufspolitiker und Karrieristen sind bei uns nicht gern gesehen.

    Mit freundlichen Grüßen
    RA Markus Kompa (Mitglied im neu gewählten Bundesschiedsgericht der Piratenpartei) (sic!)”

    musste ich doch sehr lachen.

    Überhaupt finde ich Ihren Blog sehr unterhaltsam. Übrigens auch ohne kraftwortreiche Überschriften.

  5. Stadler sagt:

    Liebe Kollegen,
    sowohl der Text als auch die Kommentare sind doch eher inhaltsarm – und damit zumindest nach dem Verständnis des Kollegen Gulden – eigentlich doch ziemlich piratig. ;-) Finden Sie nicht?

    Aber amüsant war die Lektüre natürlich.

    • Arno Lampmann sagt:

      @Stadler: Inhalte? Langweilig! Die ibt es in Ihrem Blog schon genug ;-).

      Im Ernst: Zwischen den Zeilen haben sowohl Beitrag als auch Kommentare sogar ganz erheblichen Inhalt, den man aber natürlich nur erkennt, wenn man denn will

  6. Andreas sagt:

    Sehr geehrte Mitleser,
    sehr geehrter Herr Kompa,

    das “Ehrenamtsprinzip” der Piraten steht doch schon längst zur Disposition. Gerade der von Ihnen, Herr Kompa, zitierte Herr Dr. Paul hat doch bereits eine entsprechende Forderung geäußert, was auf verschiedenen Plattformen auch ausreichend publiziert wird: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/nrw-pirat-joachim-paul-fordert-gehaelter-fuer-bundesvorstand-a-826014.html

    Zitat Herr Kompa: “Bei uns gibt es nur ehrenamtliches Personal. Berufspolitiker und Karrieristen sind bei uns nicht gern gesehen.” Heisst das, Sie (oder die Piraten) würden bei Wahl in ein Amt, welches vom Staat vergütet wird, auf die Vergütung verzichten? Es gab hier übrigens mal einen ähnlichen Fall in Salzburg. Ein Politiker wurde in zwei Ämter gewählt. Da er selbst der Meinung war, nur ein Amt voll ausfüllen zu können, verteilte er das zweite Gehalt jeden Monat in der Salzburger Fussgängerzone. Sehr zum Unmut vieler Politikerkollegen.

    Viele Grüße

    Andreas

  7. aberatio sagt:

    Witziger Blog, das muss man dem Betreiber lassen. Nur drängt sich mir gerade die Frage nach dem tieferen Sinn auf… Lesen hier tatsächlich Juristen mit?

    VG
    Aberatio II. (alias Don Gonzales)

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