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Karsten Gulden

Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht bei gulden röttger | rechtsanwälte
Outlaw: draußen unterwegs, drinnen Anwalt
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Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller wurde von Papst Benedikt XVI. zum neuen Präfekten der Congregatio pro doctrina fidei, der „Kongregation für die Glaubenslehre“, bestimmt. Kongregation für die Glaubenslehre? Hört sich schlimm an. Ist es auch, wenn man bedenkt, dass man sich im Zeitalter der drahtlosen Informationsübermittlung befindet. Nun denn. Die Aufgabe der „Kongregation für die Glaubenslehre“ besteht grob formuliert darin, alles zu zensieren, was den eigenen Geschichtserzählungen der Katholiken zuwiderläuft. Um dieses Ziel zu erreichen, greift die weltweit bekannte Glaubensgemeinschaft auch auf weltliche Dinge zurück. Dies praktizieren die Drahtzieher der Gläubigen seit Jahrhunderten und können somit auf einen riesigen Erfahrungsschatz zurückgreifen – einzig die Einsatzmittel ändern sich. Reichte es früher noch aus, die unliebsamen Hexen oder Widersacher zu verbrennen, würde dies heute aufgrund des unliebsamen Internets zu einem weltweiten Flächenbrand ausarten. Aber es gibt ja – Gott sei Dank – das allheilige Mittel der Abmahnung! Dies hat auch der neue Boss der „Kongregation für die Glaubenslehre“ früh erkannt und kräftig eingesetzt, wenn es um Äußerungen ging, die nicht im Einklang mit Recht, Gesetz oder eben den eigenen Geschichten standen. Müller veranlasste zahlreiche Abmahnungen gegen unliebsame Berichterstattungen. Peter Mühlbauer hat die Leidensgeschichte in einem aktuellen Artikel aufgeführt. Der perfekte Mann also für die digitale Inquisition.

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