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Karsten Gulden

Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht bei gulden röttger | rechtsanwälte
"der gute Ruf za(e)hlt"
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Mir wird oftmals vorgeworfen, ich würde Kollegenschelte betreiben. Das kann man auch differenzierter betrachten. Nun ja. Das hält mich jedenfalls nicht davon ab, auf unsägliche Missstände hinzuweisen, die so manch einer der Kollegen als anwaltliche Vertretung zu verkaufen versucht. Aktuell ein Beispiel aus Berlin. Ein erboster Mandant einer Berliner Sozietät wendet sich an uns mit der Bitte um Hilfe, da er sich von der mandatierten Kanzlei „verarscht“ fühlt. Hintergrund: Die Sozietät bietet Abgemahnten Hilfe an. Gegen Entgelt. Soweit so legitim. Der Abgemahnte bekommt nach Beauftragung ein standardisiertes Informationsblatt und soll nun ankreuzen, was er in seinem Fall tun möchte: „keine Zahlung“ bzw. „ich wünsche nur eine modifizierte Unterlassungserklärung“. Nahezu drei Jahre passiert nichts. Nun das: Waldorf Frommer will Geld. Was folgt? Das nächst Infoblatt der Berliner Kanzlei mit allgemeinen Ausführungen zum Thema der Filesharing-Abmahnungen. Der Abgemahnte soll nach sorgfältiger Lektüre wiederum selbst entscheiden was zu tun ist und ankreuzen: Nichts zahlen oder Vergleich. Dazwischen gibt es nichts.Waldorf Frommer

Standardisierte Schreiben gehören zu einem Massenverfahren – dagegen ist nichts einzuwenden. Allerdings darf es nicht soweit gehen, dass jegliche Bezugnahme zum Einzelfall nach der Beauftragung außer Acht gelassen wird. Zudem sollten standardisierte Schreiben umfassend sein…

Dieses Beispiel ist eine schöne Erklärung für die Preisunterschiede am Markt. Das Versenden von Informationsblättern kann für wenig Geld angeboten werden und dennoch lukrativ sein – die anwaltliche Beratung hält sich ja in Grenzen. Meines Erachtens ist ein solches Vorgehen der falsche Weg. Die hilfesuchenden Mandanten wollen eine anwaltliche Gegenleistung für ihr Geld. Man sollte ihnen daher auch mitteilen, dass sie für ein geringes Entgelt auch nur eine geringe Gegenleistung erwarten dürfen.

Wir haben dem Abgemahnten mitgeteilt, er solle sich nochmals mit der Kanzlei in Verbindung setzen und sich für sein Geld beraten lassen. Mal sehen, was er berichten wird.

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