in Gesellschaft

Nach den Schampusorgien stehen die Piraten nun unter Zugzwang. Sie sind jetzt eine richtige Partei und müssen etwas präsentieren, irgendetwas – das gehört zum Spiel. Aller Anfang ist jedoch schwer, wie ein Blick auf das digitale Headquarter der Piraten zeigt.

Auf der Homepage der Piraten kann sich der politisch Interessierte oder Desinteressierte einen Überblick verschaffen, welche Meutereien für die Zukunft geplant werden.Piratenpartei
Ganz oben auf dem Schlachtplan stehen die Urheber. In einer Stellungnahme zum Urheberrecht erklären die Piraten, dass das Kopieren urheberrechtlich geschützten Materials eine ganz natürliche Sache sei. Eine Beschränkung der Kopierbarkeit ist also wider der Natur des Menschen! Sie erklären, dass die Vervielfältigung und Nutzung von Werken als natürlich betrachtet werden müsse und plädieren daher für eine freie Nutzung, da nur derart die Förderung der Kultur effizient unterstützt werden könne. Die freie Kopierbarkeit wäre zudem der notwendige Ausgleich zwischen den Ansprüchen der Urheber und der Öffentlichkeit, wenngleich sie die Persönlichkeitsrechte der Urheber vollumfänglich anerkennen würden.
Ich denke nicht, dass diese Stellungnahme der Weisheit letzter Schluss ist. Dies werden auch die Piraten erkennen, wenn sie sich mal etwas intensiver in die Materie des Urheberrechts durchgekämpft haben werden.

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Kommentar

  1. Ob es Ihnen gefällt oder nicht ist egal. Alles, was digital ist, wird kopiert. Es handelt sich hierbei um ein Naturgesetz. Nichts, was irgendjemand möchte, will, fordert. Sie können das ganze als Axiom betrachten.

    Es ist auch irrelevant, ob es nutzt oder schadet. Ich findes es auch oft – nicht immer, Wissen und Erkenntnis haben frei zu sein, die (kommerzielle) Nutzung nicht unbedingt – nicht gut, aber es hilft nichts.

  2. Hallo or,

    das Kopieren urheberrechtlich geschützten Materials ist für mich als Fachanwalt für Urheberrecht in erster Linie unter dem Aspekt des Urheberrechts von Relevanz. Ob es sich dabei um ein Naturgesetz handelt müssten einmal die Naturwissenschaftler etwas genauer unter die Lupe nehmen. Fakt ist jedenfalls, dass eine freie Erlaubnis zum Kopieren digitaler Inhalte nicht zu den gewünschten Zielen führen dürfte – weder für die Urheber, noch für die Konsumenten.

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