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Künstler Florian Mehnert will mit einem krassen „Kunstprojekt“ auf die Gefahr von Drohnen aufmerksam machen. Dabei soll eine Ratte sterben – jeder Teilnehmer darf sie per Mausklick erschiessen.

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Karsten Gulden

Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht bei gulden röttger | rechtsanwälte
"der gute Ruf za(e)hlt"
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Als ich von Mehnerts Projekt las dachte ich zuerst an die Geisteskrankheit eines gelangweilten oder unerhörten Menschen. Je mehr ich mich mit seiner Idee der Rattenhinrichtung beschäftigte, desto mehr Gefallen fand und finde ich an der Idee, die hinter dem Projekt 11 steckt: Tötung aus der Anonymität  des Netzes heraus. Bereits jetzt haben sich mehr als ein Drittel der potentiellen Scharfschützen für eine Tötung der Ratte ausgesprochen. Das lässt tief blicken und spiegelt zugleich die Realität der Internetnutzung wider. Wähnt sich der Mensch im Unsichtbaren ist er zu allen Schandtaten bereit.

Das will Mehnert verdeutlichen und das ist ihm bereits jetzt gelungen.

Die Zuschauer können die Ratte bereits jetzt per Webcam beobachten und das Zielen üben.

 

Ich gehe davon aus, dass die Ratte mit dem Leben davon kommen wird. tweet

 

Mehnert wird sie nicht töten – die Ratte. Auch die Heckenpenner, die sich schon auf die Hinrichtung freuen werden sie nicht töten. Nein. So schlau wird er sein, der krasse Künstler. Er wird sich ja auch nicht strafbar machen wollen.

Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird nämlich derjenige bestraft, der eine Ratte ohne vernünftigen Grund tötet, § 17 Nr. 1 Tierschutzgesetz.

Jetzt darf man darüber streiten, ob die Tötung der Ratte notwendig für das Gelingen des Projekts wäre. Bejaht man dies könnte man zu dem scheinbar absurden Ergebnis kommen, dass die Ratte nicht grundlos gestorben wäre, sondern als Protagonistin eines Kunstprojektes, geopfert für den Versuch einer besseren Menschheit. Mehnert hätte sich dann nicht strafbar gemacht. Vertretbar wäre die Tötung dennoch nicht.

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Kommentar

  1. Durch diesen Artikel bin ich auf das Projekt gestoßen, außerdem ist er gut geschrieben!
    Dennoch: die auffassung des Schreibers teile ich nicht. Ist doch egal, ob die Ratte stirbt; es gibt wichtigere Dinge, und wenn es dem Projekt dient, bitte.
    (..aus Ablehnung von Massentierhaltung bin ich seit 10 jahren Vegetarier, um kurz hinzuzufügen das mir Tierrecht nicht egal ist. -ich verstehe darunter halt was anderes. Oh und ich liebe Ratten! schlaue, sensible Tiere mit ausgeprägtem Sozialverhalten.)

  2. Also erstmal kann ich selber dazu nur sagen, besser währe ein passwort schutz für die Seite den man erst hacken muss. Dann währe eine Reale gefahr Simuliert. Die Modernen Drohnen hängen am Internet, und würde jemand so eine „Hacken“ dann währe ehr in der Lage viele Menschen Leben zu töten.

    Eine Ratte Opfern, na gut. Ich finde es moralisch Vertretar, weil dar hinter steckt wircklich der Sinn einer Relaen Gefahr endgegen zu kommen, in dem man drauf aufmerksam macht. Und da viele Menscen es halt nur über diesen Weg zu kapieren scheinen. Also ich stehe auf jeden Fall hinter diesen Project!

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  • Jeder darf diese ‪‎Ratte‬ erschießen. Anonymes töten im Internetzeitalter möglich? 17. März 2015

    […] Lesen sie dazu bitte diesen Beitrag: Künstler Florian Mehnert will mit einem krassen “Kunstprojekt” auf die Gefahr von Drohnen aufme… […]

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