Muss sich ein Arbeitgeber als Menschenschinder und Ausbeuter bezeichnen lassen?

Leibeigner, Menschenschinder & Ausbeuter – Kündigung nicht erlaubt!

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sklaveDiese Ansicht vertritt derzeit scheinbar das Arbeitsgericht Bochum. Das Online Portal Der Westen berichtet, dass Patrick Lambertus, Geschäftsführer der Bochumer Firma Pixelhaus Internet Services, sich öffentlich einen Schlagabtausch mit seinem Azubi liefert. Der Azubi hatte sich über Facebook darüber beklagt, dass er als „Leibeigner“ „dämliche Scheiße für Mindestlohn – 20% erledigen“ müsse und seinen Chef als „Menschenschinder & Ausbeuter“ betitelt, ohne dessen Namen oder Firma zu nennen.

Daraufhin hatte ihn sein Arbeitgeber fristlos gekündigt, da er diese „Beleidigungen“ nicht auf sich sitzen lassen wollte. Er ärgerte sich insbesondere darüber, dass die Aufmachung des Beitrags so angelegt worden sei, dass zumindest der gesamte Bekanntenkreis des Auszubildenden auf die Firma und die Person des Chefs zurückschließen konnte. In seinen Augen handelt es sich bei dieser Aktion um üble Nachrede.

Die Schlichtungsstelle der IHK sah sich scheinbar dazu nicht in der Lage, in der Angelegenheit zu vermitteln, so dass diese vor dem Bochumer Arbeitsgericht landete. Dies entschied überraschend, dass die fristlose Kündigung nicht rechtmäßig sei. Die Urteilsbegründung steht noch aus.

Das massive öffentliche “Auskotzen” über seinen Arbeitgeber über ein Soziales Netzwerk kommt immer mehr in Mode – ein weiteres Beispiel. Ich bin gespannt, was sich Arbeitgeber zukünftig alles so an den Kopf werfen lassen müssen.

Über Tobias Röttger

Beruf: Rechtsanwalt für Urheber-, Medien- und Persönlichkeitsrecht | Leidenschaften: Musik, Design, Foto, Reisen und Natur

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