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Karsten Gulden
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Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht bei gulden röttger | rechtsanwälte
...befasst sich mit den Entwicklungen der künstlichen Intelligenz und fragt sich, ob es eine Superintelligenz geben wird.
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Scheinbar die ganze Welt trauert um Marina Keegan – eine junge Studentin, die bei einem Autounfall ums Leben kam und vor wenigen Tagen noch keinen relevanten Bekanntheitsgrad besaß. infodocc_logo03Dies hat sich mit ihrem Ableben schlagartig geändert. Nicht der Autounfall führte dabei zum Bekanntwerden post mortem, sondern die Veröffentlichung einer Rede, die die Studentin anlässlich ihres Abschlusses an ihrer Ausbildungsstätte für ihre Mitstudenten halten wollte. Tiefgehende Worte, die Ausdruck ihrer besonderen Persönlichkeit waren und es auch über den Tod hinaus bleiben. Mir stellt sich dabei unweigerlich die Frage, ob die Studentenzeitung „Yale News“ befugt war, sich zum Testamentsvollstrecker aufzuschwingen, um diesen höchstpersönlichen Bereich des verstorbenen Menschen derart zu medialisieren. Sicherlich war der Artikel der Studentin ursprünglich für eine begrenzte Öffentlichkeit bestimmt. Dennoch stellt sich die Frage, ob gleich die ganze Welt davon erfahren musste und sollte. Allein aufgrund dieser Unklarheit und nicht zuletzt aus Respekt vor der Verstorbenen sowie derer Persönlichkeitsrechte hätte eine grenzenlose Veröffentlichung unterbleiben müssen. Die Vorlesung des Artikels vor ihren Mitstudenten wäre sicherlich in ihrem Sinn gewesen. Alles andere ist nicht nur zu verachten, sondern auch ungesetzlich, insbesondere die Übersetzungen, die mit Sicherheit alle ungefragt in der Welt verbreitet werden.

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