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Karsten Gulden

Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht bei gulden röttger | rechtsanwälte
"der gute Ruf za(e)hlt"
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Mugshots…

…Bilder von frisch Festgenommenen im Netz – ein Problem auch für Google.

In den USA läuft einiges anders als in Deutschland. So auch die Handhabung der Pressefreiheit.

Problem: Mugshots

Mugshots

Mugshots

In den USA werden bei jeder Verhaftung Fotos von den frisch festgenommen Verdächtigen gemacht (sog. Mugshots). Es handelt sich dabei nicht um Fahndungsfotos, da die Personen bereits im Gewahrsam sind, wenn die Bilder angefertigt werden. Diese Bilder werden dann zum Teil von den US-Behörden auf Nachfrage herausgegeben und im Internet auf speziellen „Mugshot-Seiten“ veröffentlicht. So kann sich jeder daran ergötzen und seine Schlüsse über die abgebildeten Personen ziehen. Auch soll es bereits Apps geben, die anzeigen können, ob Mugshots von den Nachbarn existieren.

Es gibt bereits Anbieter, die gegen Entgelt die Löschung der Bilder anbieten (remove mugshots). Die Entfernung der Mugshots aus den Suchergebnissen bei Google bspw. ist jedoch eine neue Herausforderung.

Fatal:

Die Bilder bleiben im Netz, auch wenn sich der Tatverdacht nicht bestätigt. Unschuldige Personen am Internetpranger. Alles legal. Das Komitee für Pressefreiheit in den USA befürwortet diese Art der Anprangerung. Man finde es besser, wenn die Öffentlichkeit darüber entscheide, was online gestellt wird und was nicht.

Doch damit nicht genug.

Die Suchanfragen nach Mugshots sind offensichtlich so hoch, dass die Google Algorithmen nicht an den Seiten vorbeikommen, wenn man den Namen einer Person eingibt, von der ein Mugshot existiert. Google ist sich des Problems offiziell bewusst und hatte bereits vor geraumer Zeit eine Änderung des Algorithmus dahingehend angekündigt, aber die Realität sieht anders aus. Unter Eingabe des Namens betroffener Personen finden sich die Mugshot-Seiten ganz oben in der Treffer Liste. Die Folgen im Einzelfall bedürfen wohl keiner näheren Erläuterung.

Hilfe in Sicht: Recht auf Vergessen Urteil des EuGH

Die Tatsache, dass sämtliche Mugshots auch in den Suchergebnissen von Google landen ist nicht hinnehmbar. Betroffene in Deutschland können sich in jedem Fall zur Wehr setzen, da hier die Persönlichkeitsrechte auf massivste Art und Weise verletzt werden. In Anlehnung an das EuGH Urteil „Recht auf Vergessenwerden“ dürfte auch die Entfernung von Suchergebnissen bei Google möglich sein, wenn es um Mugshots tatsächlicher Verbrecher geht, da auch diesen u.a. ein Recht auf Resozialisierung zusteht.







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