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Tobias Röttger
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Tobias Röttger

Rechtsanwalt Urheber- und Medienrecht bei gulden röttger | rechtsanwälte
Blogger, YouTuber, Rechtsanwalt und Gesellschafter von gulden röttger | rechtsanwälte. Meine Steckenpferde sind das Geistige Eigentum, Social Media, Persönlichkeitsrechte, Internet und Musik.
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stillfiesRollt da ein neuer Trend an? Zahlreiche Mütter haben scheinbar ein unheimliches Interesse daran ihre Brüste und ihre Babys in die Öffentlichkeit zu zerren.

Freiheit für die Nippel

Schon länger kämpfen verschiedene Gruppen dafür, sich in der Öffentlichkeit, unter anderem auch im Internet, geschlechtsunabhängig oben ohne präsentieren zu dürfen. Unter anderem mit der Kampagne „Free The Nipple“.

Viele stillende Mütter sind der Ansicht, dass auch sie ein Anrecht auf öffentliche Brustentblößung haben. Gegen das öffentliche Stillen ist grundsätzlich nichts einzuwenden, da es sich meines Erachtens um eines der natürlichsten Vorgänge der Welt handelt.

Facebook wird nackt

Bisher waren Stillfies bei Facebook nicht möglich. Facebook löschte auf Hinweis von Nutzern in der Regel solche Stillfies, da es sich hierbei, insbesondere nach amerikanischen Moralvorstellungen, um obszöne Darstellungen handeln würde. Eine nackte Brust reichte als Begründung aus.

Dies hat nun ein Ende. Facebook hat die Stillbilder-Sperre aufgehoben.

Prost!

Der Wahn, das junge Mütter und Väter permanent Ihre Babys und Kinder per Facebook Posting in die Öffentlichkeit zerren, hat nun eine neue Stufe erreicht. Das Stillfie – das Baby selig nuckelnd an der Mutterbrust.

Auf die Frage, ob Bilder von stillenden Müttern erlaubt sind, antwortet Facebook nun auf seiner Seite wie folgt:

„Ja. Wir sind auch der Meinung, dass Stillen etwas Natürliches und Schönes ist, und freuen uns, dass es den Müttern wichtig ist, diese Erfahrung mit anderen auf Facebook zu teilen. Die überwiegende Mehrheit dieser Fotos entspricht unseren Richtlinien. tweet

Bitte beachte, dass Fotos, die wir prüfen, uns fast ausnahmslos von anderen Facebook-Mitgliedern gemeldet werden, die sich darüber beschweren, dass diese Fotos auf Facebook zu sehen sind.“ tweet

Feuer frei!

Die zu stillenden Kinder werden mal wieder nicht gefragt, ob sie jede Erfahrung ihres Lebens bildlich mit der Öffentlichkeit teilen wollen. Meistens bekommt man das Gefühl, dass dieser Exhibitionismus nur der Like-„Geilheit“ der Eltern geschuldet ist.

Ich störe mich in keinster Weise darüber, dass Mütter ihre Stillerfahrungen mit anderen Müttern teilen wollen, aber warum unbedingt per Bild und warum muss zwangsweise das Kind in die Öffentlichkeit gezerrt werden, ohne dass es sich dagegen wehren kann? Lieber Eltern bedenkt, auch eure Kinder haben ein Persönlichkeitsrecht.

Paradox

Auf der einen Seite werden permanent soziale Netzwerke wie Facebook wegen deren sehr eigenwilligen Handhabung der Privatsphäre kritisiert und andererseits gibt ein Großteil der Nutzer seine intimsten Bilder und Geheimnisse über selbiges preis. Verstehe einer dieses paradoxe Verhalten.

Wir können immer wieder nur davor warnen, unkontrolliert Kinderbilder in das Internet zu feuern!

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Kommentar

  1. Tja, wieso nicht – „Free the Nipple“ – schließlich gibts genug freie Oberkörper bei männlichen Social-Network-Nutzern.

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