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Karsten Gulden

Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht bei gulden röttger | rechtsanwälte
Outlaw: draußen unterwegs, drinnen Anwalt
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Während der Aufzeichnungen einer DSDS-Sendung im Jahr 2010 auf den Malediven tauchte unbeabsichtigt ein älterer, beleibter Herr im Hintergrund des Bildes auf. Die Szene wurde ungeschnitten übernommen und ausgestrahlt. Doch damit nicht genug. Zur Belustigung der RTL-Zuschauer wurde den Aufnahmen eine Stimme aus dem Off hinzugefügt, die folgendes verlauten ließ während der Rentner im Hintergrund gemächlich durchs Wasser zog:stoppschild

„Und jetzt, grausam, gefährlich, gefräßig – das Monster aus der Tiefe. Es ist unberechenbar, jetzt geht es an Land“.

Zudem wurde das Ganze mit Musik unterlegt, die üblicherweise in Horrorfilmen läuft.

Als das „Monster aus der Tiefe“ aus dem Urlaub heimkehrte kam das böse Erwachen. Hohn und Spott musste der Mann ertragen. Dies lies er sich allerdings zu Recht nicht gefallen und hat nun Klage gegen RTL eingereicht. Sein Ziel: RTL soll ihm ein Schmerzensgeld in Höhe von 16.000 Euro zahlen.

Einschätzung:

Schmerzensgeld ist die umgangssprachliche Bezeichnung für eine Geldentschädigung im Falle einer schwerwiegenden Ehrverletzung. Eine solche soll nur dann zugesprochen werden, wenn eine „Wiedergutmachung“ auf andere Art und Weise nicht möglich erscheint. Der Sender RTL hat zu kommerziellen Zwecken den österreichischen Rentner zur Witzfigur degradiert. Die Forderung der Zahlung in Höhe von 16.000 Euro ist unbedingt begründet und in Anbetracht der Reichweite des DSDS-Formats meines Erachtens noch viel zu niedrig angesetzt.

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Kommentar

  1. Naja, in Ösiland geht das anscheinend etwas anders (laut Stern):

    Ursprünglich habe der Mann 24.000 Euro gefordert, ein Gerichtsgutachten habe den Klagewert auf 16.000 Euro eingeschränkt.

    Und “Wiedergutmachung” auf andere Art und Weise nicht möglich“? Vielleicht legt RTL ja ein neues Format für ihn auf, DSDM, oder so. 😉

Webmentions

  • Der Tag, an dem BILD.de Dieter Bohlen die falschen Worte in den Mund legt(e) | Mediensalat 14. September 2012

    […] Privatfernsehen als “Monster aus der Tiefe” auftauchen sollte. Doch wie kam es dazu? RA Karsten Gulden fasst die skurrile Geschichte zusammen: Während der Aufzeichnungen einer DSDS-Sendung im Jahr 2010 auf den Malediven tauchte […]

  • Schadensersatz wegen Verunglimpfung im TV › Infodocc 14. September 2012

    […] Wir berichteten im September über die Klage des österreichischen Pensionärs gegen RTL. Der Pensionär sah sich aufgrund seiner unfreiwilligen Medienpräsenz und den dazugehörigen Kommentaren durch den Sender RTL in seinen Rechten verletzt. RTL zahlte ihm 9.000 Euro, der Rentner wollte mehr. Das Landgericht Korneuburg wies die Klage des Rentners nun ab. Begründung: Mit der zwischenzeitlichen Zahlung von 9.000 Euro von RTL an den Rentner seien die leichten psychischen Schmerzen, die der Rentner erlitten habe, abgegolten. Der Rentner und sein Anwalt forderten 25.000 Euro. Man sei “hier nicht in Amerika”, so der Richter. Der Anwalt des Österreichers kündigte an, dass man in Berufung gehen wolle. /* VN:F [1.9.20_1166]bitte warten…Rating: 0.0/5 (0 votes cast)VN:F [1.9.20_1166]Rating: 0 (from 0 votes) Über Karsten GuldenFachanwalt für Urheber- und Medienrecht – Sportler: Bergsteigen, Klettern, Expeditionen und Laufen Kategorie: Allgemein, Infodocc, Recht | Tags: Klage, Schadensersatz, Schmerzensgeld, Verunglimpfung […]

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