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Tobias Röttger
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Rechtsanwalt Urheber- und Medienrecht bei gulden röttger | rechtsanwälte
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Textilleder ist kein Leder. Das ist nichts Neues. Der mündige Verbraucher scheint das nicht zu wissen, könnte man meinen, wenn man das Urteil des OLG Hamm (Az. I-4 U 174/11) liest.

TextillederDas OLG Hamm hat aktuell entschieden, dass die Bezeichnung von Polstermöbeln in der Werbung als „Textilleder“ irreführend für die Verbraucher sei, wenn die Waren tatsächlich „nur“ aus Kunstleder  bestehen. Bei Möbeln aus Textilleder ginge der Durchschnittsverbraucher davon aus, dass echtes Leder enthalten sei. Aus diesem Grunde sie die Bewerbung von Materialien, die nicht aus Tierhaut oder Tierfellen hergestellt seien unzulässig und wettbewerbswidrig. Die Verbraucher könnten in der irrigen Annahme ein echtes Lederprodukt erworben zu haben davon abgehalten werden, sich echte Lederwaren zu kaufen.  Dies laufe den Interessen der Mitglieder des Antragstellers (Verein für Unternehmen der ledererzeugenden Industrie) zuwider.

Fazit: Eine Entscheidung, die man als Antragsgegner nicht unbedingt hinnehmen muss. Insbesondere nicht vor dem Hintergrund, dass der europäische Gesetzgeber von einem mündigen EU-Bürger ausgeht. Dazu gehören auch die Deutschen.

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Kommentar

  1. Unter „Textleder“ stelle ich mir spontan ein Leder vor, dass – möglicherweise aus Kostengründen – dünn geschnitten und zur Erhöhung der Festigkeit mit einer textilen Grundlage versehen wurde. Auch der umgekehrte Fall wäre für mich einleuchtend, so dass vielleicht ein stabiles Leder mit einem Gewebe überzogen wird, um dem entstehenden Mischmaterial besondere Eigenschaften zu verleihen (Aussehen, Oberflächenschutz).

    Dass in einem „Textleder“ gar kein Leder enthalten sein soll, würde mich als Verbraucher eher befremden, denn für die Mischung aus Stoff und Kunststoff in Lederoptik gibt es bereits einen eingeführten Begriff, von dem nicht aus Gründen der Beschönigung abgelenkt werden sollte.

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