in Infodocc

Karsten Gulden
folge mir

Karsten Gulden

Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht bei gulden röttger | rechtsanwälte
...befasst sich mit den Entwicklungen der künstlichen Intelligenz und fragt sich, ob es eine Superintelligenz geben wird.
Karsten Gulden
folge mir

Letzte Artikel von Karsten Gulden (Alle anzeigen)

Thanks for joining the Pinterest waiting list. We’ll be sure to send you an invite soon. In the meantime, you can follow us on Twitter . You can also explore a few pins . We’re excited to get you pinning soon!

 – Ben and the Pinterest Team

Diese Mail bekommt derjenige zugesandt, der den Versuch unternimmt, sich dem aufstrebenden Portal „Pinterest“ anzuschließen.

Nach einigen weiteren Hürden hat der neue Nutzer seinen Account und kann per Mausklick Bilder aus der virtuellen Welt, die er interessant findet, an seine Pinnwand pinnen (daher der Name Pin-terest). Voraussetzung ist „lediglich“ ein vorhandener Facebook- oder Twitter-Account. Nach Angaben von Pinterest soll es den Nutzern durch diese direkte Verknüpfung zu Facebook und Twitter noch einfacher gemacht werden, die interessanten Bilder aus dem Netz auch allen Freunden und Bekannten zugänglich zu machen. Soweit die Ausgangslage.

Pinterest?

Pinterest ist ein Online Pinboard auf dem Nutzer sämtliche Bilder, die sie im Netz finden, auf ein eigenes „board“ pinnen können – per Mausklick. Warum? Zum Anschauen und Kommentieren. Das war`s. Quasi eine digitalisierte „Bunte“ bereinigt um die redaktionellen Texte. Es funktioniert jedenfalls.

Nun hat sich in den letzten Jahren herumgesprochen, dass das Kopieren, Laden, Saugen, Verlinken etc. von Inhalten und Bildern im Internet durchaus zu rechtlichen Problemen führen kann. Einige sprechen schon von einer bevorstehenden Abmahnwelle, die durch Pinterest ausgelöst werden könnte.

Das Problem: Urheberrechtsverletzungen

Wie bei allen anderen Portalen auch besteht das Problem von Pinterest nicht in dessen Unzulässigkeit – es ist rechtlich zulässig – sondern vielmehr in der kinderleichten Möglichkeit, massenhaft Urheberrechtsverletzungen per Mausklick zu begehen. Es ist müßig darüber zu diskutieren, ob das Pinnen eine Verbreitung, Vervielfältigung oder öffentliche Zugänglichmachung darstellt, da zumindest der Tatbestand der öffentlichen Zugänglichmachung erfüllt sein dürfte. Mit anderen Worten: Das Pinnen der Bilder könnte Urheberrechte anderer verletzen. Das bedeutet für die Praxis, dass Nutzer keinesfalls Bilder pinnen sollten, die nicht ihre eigenen oder nicht frei nutzbar sind (creative commons license). zulässig wäre selbstverständlich auch das Anheften von Bildern von Urhebern, die ihr Einverständnis zur Nutzung im Internet erteilt haben. Das dürfte aber in den meisten Fällen nicht vorliegen. Hielten sich nun alle Nutzer an die deutschen, urheberrechtlichen Vorgaben dürfte dem Wachstum von Pinterest ein jähes Ende bereitet werden. Dieses Szenario ist allerdings abwegig, weil lebensfremd. Es ist also davon auszugehen, dass die Nutzer von Pinterest regen Gebrauch von der Bildersammlung per Mausklick machen werden, um auch die neue, noch subtilere Form der Selbstdarstellung zu nutzen. Man will schließlich nicht den Anschluss verlieren in the new, colored world.

Facebook und Twitter-Account als Login-Voraussetzung

Viele Nutzer des Internets, die Urheberrechtsverletzungen in Kauf nehmen, setzen auf die Möglichkeit der Anonymität der virtuellen Welt. Dies dürfte für den ein oder anderen Nutzer von Pinterest schwer werden, da eine Anmeldung zu Pinterest einen Facebook- oder Twitter-Account voraussetzt. Nun ist es so, dass sich Millionen Nutzer unter ihrem wahren Namen angemeldet haben. Diese transparenten Nutzer sollten Urheberrechtsverletzungen tunlichst vermeiden, da sie aufgrund ihrer Accounts bei Facebook und Twitter leicht identifizierbar sind. Die Folgen könnten teure Abmahnungen wegen Urheberrechtsverletzungen an Bildern sein.

Fazit:
Facebook und Twitter-Account-Inhaber, deren Identität nach außen erkennbar ist, sollten Pinterest mit Vorsicht genießen.

(kg)

Schreibe einen Kommentar

Kommentar

  1. das hätte ich mir fast denken können: alles was spass bringt, ist verboten?! Das Urheberrecht in den Staaten scheint da zeitgemäßer zu sein. Vielleicht ändert sich ja auch in Deutschland was!

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 Stimmen, Durchschnitt: 5,00 aus 5)
Loading...