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Karsten Gulden

Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht bei gulden röttger | rechtsanwälte
"der gute Ruf za(e)hlt"
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Der Pianist Fazil Say ist Türke und wohl auch der einzige Türke, der als Pianist internationales Ansehen genießt. Auf den Weltbühnen wird er geschätzt, nicht aber in seinem Heimatland. Dort ist er nun angeklagt worden. Begründung: religiöse Beleidigung. Ein Straftatbestand bei dem mir ganz übel wird – weil er existiert.Fazil Say

Die fortschrittlichen Türken sehen in den Werken Says eine Gefahr für ihre Glaubenswelt. Die Islamisten lehnen ihn ab und verfolgen ihn regelrecht aufgrund seiner westlich orientierten Musik.  Textpassagen wie „Wo immer ein Narr oder Dieb ist, sie glauben alle an Gott. Ist das ein Widerspruch?“ oder  zum Gebetsruf vom benachbarten Minarett: „Warum die Eile? Steht zu Hause Raki auf dem Tisch? scheinen Anlass genug, Fazil Say ins Gefängnis zu stecken.

Die Anklage ist wieder einmal ein Zeugnis der Europhobie der Türken.

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Kommentar

  1. Wenn man den Artikel liest (wohl Art. 216 türk. StGB, Quelle z.B. http://www.jura.uni-wuerzburg.de/fileadmin/02150100/IWAS/Materialien/Deutsch-tuerkische_Tagung_Sammelband.pdf, S. 210 f. [PDF-Seitennummerierung S. 234f.]) und mit dem deutschen sog. „Gotteslästerungsparagraphen“ (§ 166 StGB) vergleicht, müsste Ihnen ja in Deutschland genauso übel werden.

    Nach einem Bericht von Amnesty (http://www.amnesty.de/files/Tuerkei-Memorandum_an_die_tuerkische_Regierung.pdf) ist eher die Auslegung als das gesetzte Recht als solches das Problem. Sprich: Wenn hier die Auslegung des § 166 StGB anders wäre (bzw. sich wieder anders bewegen würde), würde mir zumindest genauso schlecht.

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