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Tobias Röttger
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Tobias Röttger

Rechtsanwalt Urheber- und Medienrecht bei gulden röttger | rechtsanwälte
Blogger, YouTuber, Rechtsanwalt und Gesellschafter von gulden röttger | rechtsanwälte. Meine Steckenpferde sind das Geistige Eigentum, Social Media, Persönlichkeitsrechte, Internet und Musik.
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anwaltspackDer Juristerei und den Juristen wird häufig nachgesagt, dass sie staubtrocken sind und keinen Humor verstehen. Es zählen ausschließlich die Fakten. In der täglichen Arbeit als Anwalt ist es durchaus förderlich, sachlich und mit einer gewissen Gelassenheit ans Werk zu gehen. Abseits der Aktenwälzerei sollte auch als Anwalt ein wenig Spaß und Polemik erlaubt sein.

Scheinbar nicht.

Der Kollege Gulden hat in seinen beiden Beiträgen „Hamburg, München, Köln und Berlin: SB-Gerichte für Abmahner“ und „Lieber Herr Kollege Dr. Wachs, hören Sie mir mal zu…“ in unterhalsamer Art und Weise ein wenig überspitzt vom Leder gezogen. Die Verwendung von Begrifflichkeiten der Marke „Rechtsbeugung“, „Missbrauch“ und „Meinungsäußerung“ in Zusammenhang mit diversen Gerichten haben zu einigen Kopfschütteln und seitenweisen Ausführungen Seitens einiger Kollegen geführt. Man mahnt zur Gelassenheit und Sachlichkeit an.

Warum? Darf man nicht mal frei von der Leber weg ein paar Gegebenheiten kommentieren und diese eventuell ein wenig überspitzt darstellen? Ist man deswegen ein schlechter Jurist?

Ich denke man sollte unterscheiden, ob solche Äußerungen im Rahmen eines laufenden Verfahrens getätigt werden, was bei Gericht nicht immer gut ankommt, oder ob man diese Gedanken in einem Blog veröffentlicht, wohlgemerkt nicht auf der Kanzleihomepage.

„Das Blog [blɔg] oder auch Web-Log [ˈwɛb.lɔg], engl. [ˈwɛblɒg], Wortkreuzung aus engl. World Wide Web und Log für Logbuch, ist ein auf einer Website geführtes und damit – meist öffentlich – einsehbares Tagebuch oder Journal, in dem mindestens eine Person, der Web-Logger, kurz Blogger, Aufzeichnungen führt, Sachverhalte protokolliert oder Gedanken niederschreibt.“ (Quelle Wikipedia)

Genau darum geht es doch, man schreibt in einem Blog seine Gedanken nieder. Wenn diese auch noch unterhaltsam geschrieben sind, finden sie sogar ihre Leser.

Viele Beiträge auf Jurablogs.com zeigen, dass auch ein Großteil der Anwälte einen Sinn für Humor haben. Beiträge wie „Kiffende Hamster“, „Neue Neuköllner Rechtschreibung“, „Ein gekauftes Sorry“, „Buletten für lau“ und „Es gibt kein Bier im Gericht“ sind sehr amüsant und gleichzeitig erfolgreich, wenn man die Anzahl der Leser sowie das Ranking der Autoren bei Jurablogs zugrunde legt.

Rein sachliche Blogbeiträge haben meistens das Nachsehen in der Lesergunst. Wenn man aneckt, wird man auch gehört und es kommt zu Diskussionen. Ist das nicht der Sinn eines Blogs?

Ich persönlich finde es sehr unterhaltsam, wenn die Kollegen Vetter „Hochmütige Richter“ und Nebgen „Es ist der Unernst“ über Richter und Parteien „herziehen“. Liebe Kollegen, bitte bewahrt bei euren Postings keine Ruhe und Gelassenheit, denn ansonsten kann ich in der Mittagspause auch gähnend das Anwaltsblatt in die Hand nehmen.


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Kommentar

  1. Es ist doch alles sachlich!
    Sachlich bedeutet nichts anderes als auf die Sache bezogen. Auch das was Polemik genannt wird ist sachlich, wenn es auf die Sache bezogen ist.

    Es wurde eine „Schweinerei“ begangen kann sachlicher sein wie: Es wurde „nichts gutes“ gemacht. Wenn eine „Schweinerei“ das sachlich korrekter beschreibt, dann ist das sogar sachlicher.
    In der Juristerei ist der ganze Polemikkram und das Sachlichkeitgedusel eigentlich sogar gegenüber der Realität unsachlicher, da es sachlich korrktere Äusserungen in ein Korsett von falschen Äusserungen zwängt, die etwas nicht mehr korrekt am besten und damit sachlichsten Beschreiben.

    Sachlichkeit bedeutet auch: auf die Sache bezogen, um die es geht, und nicht von Gefühlen bestimmt.

    Das beste aber ist doch, dass die Sachlickkeit um der es bei Gericht und bei Juristen geht gerade von Gefühlen und vom Ansehen der Person bestimmt ist und daher trefferende und bessere Formulierungen oder einfach nur die Wahrheit (gerne auch Polemik genannt) häufig gerade nicht benutzt werden dürfen.
    Es ist zB. unsachlich ein Strafantrag zu stellen, dass einem ein Richter das Recht gebeugt hat (Das ist Polemik). Man muss dann gerichtlich sachlich schreiben, dass der Richter Recht gesprochen hat.
    Das ist doch regelrecht bekloppt. Und das „bekloppt“ beschreibt den Zustand auch sachlich korrekt besser wie das was man da juristisch sachlich sagen muss.

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