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Rechtsanwalt Urheber- und Medienrecht bei gulden röttger | rechtsanwälte
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Sasse und Partner - The Walking Dead - Staffel 4 Folge 1

Sasse und Partner – The Walking Dead – Staffel 4 Folge 1

§ 97a Abs. 3 S. 2 UrhG ist da, wie reagieren die Abmahnkanzleien. Waldorf Frommer hat, wie  bereits hier berichtet, die „Preise“ gesenkt und zunächst im außergerichtlichen Bereich den Gegenstandswert für den Unterlassungsanspruch auf 1.000 € gesenkt, auch wenn sie die Ansicht vertreten, dass dies unbillig ist.

Nun liegt uns eine aktuelle Abmahnung von Sasse und Partner aus Hamburg vor. Für den Rechteinhaber WVG Medien GmbH wird die erste Folge der vierten Staffel von The Walking Dead abgemahnt. Dass auch die vierte Staffel abgemahnt wird, hatten wir bereits vor kurzem vermutet.

Wie geht Sasse und Partner mit der Bestimmung des §97a Abs. 3 S. 2 UrhG um? Sie halten die Bestimmung schlicht und ergreifend im vorliegenden Fall für nicht anwendbar. Aufgrund der Schwere des Rechtsverstoßes sei eine Anwendung unbillig. Man müsse bedenken, dass der Titel noch nicht einmal auf DVD veröffentlicht sei und der kompletten Allgemeinheit zum Download angeboten würde, dies sei im Sinne des Gesetzes ganz offensichtlich unbillig.

Dies werden zukünftig die Gerichte entscheiden müssen. Sasse und Partner halten weiterhin an den bekannten 800,00 € fest.

Erstmals schlüsseln Sasse und Partner die angefallen Kosten auf und rechnen den Abgemahnten folgendes vor:

Liste des Aufwendungsersatz:

Ermittlungskosten der Guardaley Ltd. EUR 100,00
Anteilige Gerichtskosten für das Auskunftsverfahren EUR 0,90
Anteilige Rechtsanwaltsgebühren für das Auskunftsverfahren(Gegenstandswert EUR 3.000.-): EUR 1,18
Anteilige Pauschale für Post- und Telekommunikation für das Auskunftsverfahren EUR 0,09
Anteilige Kosten für das Providerauskunft EUR 3,50
Rechtsanwaltsgebühren für die Abmahnung(Gegenstandswert EUR 15.000,-)Geschäftsgebühr §§ 13, 14
Nr. 2300 VV RVG (1,3):
EUR 845,50
Pauschale für Post- und Telekommunikation Nr.7200 VV RVG EUR 20,00
Summe Aufwendungsersatz: EUR 970,67

Hinzu kommt noch Schadensersatz nach der Lizenzanalogie: 500,00 €

dies ergibt eine Gesamtforderung: 1.470,67 € 

Weiter wird ausgeführt, dass man grundsätzlich an einem Gerichtsverfahren nicht interessiert sei und daher zur schnellen Erledigung der Angelegenheit einen außergerichtlichen Vergleich in Höhe von 800,00 € anbieten würde.

Bevor Sie die beigefügte Unterlassungserklärung unterschreiben und die geforderte Summe an die Gegenseite überweisen, sollten Sie Abmahnung von einem spezialisierten Anwalt überprüfen lassen. Die Abmahnung enthält sehr viele Punkte, die je nach Konstellation, angegriffen werden können, insbesondere was die Frage der Täter- und Störerhaftung und die Höhe der Forderung angeht.

 

Sie haben eine Abmahnung von Sasse und Partner erhalten?

Hilfe Abmahnung Sasse und Partner

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Kommentar

  1. Ich verstehe es nicht… Wenn jemand technisch versiert genug ist, um Torrents zu finden und die zugehörige Datei per p2p herunterzuladen, dann sollte er doch auch versiert genug sein, um die gleiche Datei bei einschlägigen One-Click-Filehosting-Diensten zu finden. Und gibt es wirklich noch User, die vom Entdeckungs- und Verfolgungsrisiko beim Austausch per p2p noch nicht gehört haben? Diesen Gegensatz zwischen (moderater) technischer Fertigkeit einerseits und totaler Blauäugigkeit andererseits kann ich ganz ehrlich nicht nachvollziehen.

    • Der Grund, warum viele noch Peer-to-Peer benutzen, ist die reine Faulheit und die One-Click-Hoster sind auch nicht ganz koscher (Stichwort: Honeypot), da flattern auch komische Rechnungen ins Haus, wo sich die Leute schon fragen, wo haben die die Adressdaten oder Bankverbindungsdaten her? Also auch Finger weg von One-Click-Hostern, die haben auch ihre dubiosen Tricks! Die Vermutung liegt nahe, dass die One-Click-Hoster auch mit solchen Tricks arbeiten wie die Abmahn-Kanzleien, wenn nicht sogar miteinander verbandelt sind!

  2. Jetzt wird es doch interessant.

    Es wird behauptet tatsächlich seien Kosten in Höhe von 970,67 € entstanden. Gleichzeitig will man sich mit 800,- € zufrieden geben. Wenn alle Abgemahnten sofort bezahlen, würde der Abmahner ja allein deshalb pleite gehen, weil er pro Abmahnung 170,- € Verlust macht.

    Oder aber der Abmahner lügt, was seine tatsächlichen Kosten angeht. Das nennt man dann wohl Betrug.

    • Sie nennen es Bertug! Kanzleien nennen das: einen Vergleich! Aber das ist die Geschäftsbasis solcher Kanzleien: sofort zahlen auf einmal die Abgemahnten! Das nennt man dann eher: räuberische Erpressung, das hat übrigens auch Ähnlichkeiten mit der BKA-Scareware!

  3. Die Klägerinnen tragen vor, der Beklagte habe durch die unbedingt abgegeben Unterlassungserklärung die fragliche Verletzungshandlung anerkannt, so dass es ihm verwehrt sei, den Unterlassungsanspruch zu bestreiten. Die Klägerinnen behaupten, mit Hilfe der zum Download angebotenen Software könne der von den Klägerinnen eingesetzte Kopierschutz umgangen werden. Sie meinen, der geltend gemachte Gesamtstreitwert von € 240.000,- sei angemessen und eine 1,3 Gebühr anzusetzen. Da sie ausschließlich Vertraganwälte beschäftigen würden, hätten sie sich zur Abmahnung eines externen Anwaltes bedienen dürfen.

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