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1&1 Datenskandal – Übermittlung anwaltlicher Korrespondenz an gefakten Email-Account-Inhaber

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1&1 übermittelt sämtliche Korrespondenz – anwaltliche Schriftsätze sowie Emails mit streitgegenständlichen Inhalten und angehängten geschäftlichen und privaten Email-Adressen – an den Inhaber eines gefakten Accounts, um diesen über die Deaktivierung zu informieren.

Für einen gewerblichen Mandanten haben wir die Deaktivierung einer Email-Adresse gegenüber 1&1 durchgesetzt. Grund: Der Email-Account wurde für eine Diffamierungskampagne missbraucht. Der Täter nutzte den Namen unserer Mandantschaft als Email-Adresse, sodass die Empfänger der Emails davon ausgehen mussten, dass unsere Mandantschaft für den Inhalt verantwortlich sei.

Zudem gab der Täter bei der Registrierung den Namen und die Adressdaten eines angestellten Mitarbeiters unserer Mandantschaft an.

1&1 wurde darüber in Kenntnis gesetzt, dass wohl ein ehemaliger Geschäftsführer unserer Mandanten dahinter stecken könnte. Die Vermutung war zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht verifiziert.

Nach einiger Schreiberei wurde der Account deaktiviert.

Aber dann der Schock:

Wir erfahren über den angestellten Mitarbeiter, dessen Adressdaten missbraucht wurden, dass 1&1 sämtliche Korrespondenz, anwaltliche Schriftsätze sowie Emails mit streitgegenständlichen Inhalten und angehängten geschäftlichen und privaten Email-Adressen, an diesen weiterleitete, um ihn über die Deaktivierung zu informieren.

Die Freude über die Löschung der E-Mail-Adresse verflog bei mir daher schnell. Böse wurde ich und schrieb die Rechtsabteilung nochmals an mit Hinweis auf die datenschutzrechtlichen Verfehlungen.

1&1 teilt daraufhin mmit, dass die Weiterleitung der Beschwerdeschreiben keinen Rechtsverstoß darstellen würde:

„Im Hinblick auf die Leistungseinstellung besteht auf Seiten des Vertragspartners ein berechtigtes Interesse an der Information hierüber und die zugrunde liegenden Gründe, wie auch überdies mit den vereinbarten AGB die Verpflichtung für die 1&1 Mail und Media GmbH gegenüber dem Vertragspartner“

Soll heissen:

Wenn sich einer der Email-Kunden daneben benimmt, dann dürfen wir ihn rausschmeissen, müssen ihn aber darüber informieren. Richtig! Heisst aber nicht, dass interner Schriftverkehr und weitere Emailadressen herausgegeben werden dürfen – jedenfalls nicht ungeschwärzt und schon gar nicht an eine nicht verifizierte Adresse.

Ein Glück, dass der Mitarbeiter, der unverhofft die Post von 1&1 im Briefkasten hatte, eine ehrliche Haut ist und die Post der Geschäftsführung übergab.

Zum Heulen:

Wenn Telekommunikationsunternehmen und ihre Bediensteten derart lapidar mit dem Datenschutz umgehen ist es verständlich, dass die Datenschutzverdrossenheit immer größer wird.

In unserem Fall hat der angestellte Mitarbeiter eine Verschwiegenheitsklausel unterzeichnet, was für ihn selbstverständlich kein Problem darstellte. Da könnte sich 1&1 mal eine Scheibe abschneiden, anstatt im Dschungel mit dem Datenschutz zu werben.

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Leiter Kundenzufriedenheit wird zu Grabe getragen – eine Werbeverarsche findet ihr Ende

Cybermobbing Cyberbullying

„Die neust‘ Innovation, das bin isch“, so stellte sich Marcell D’Avis vor eineinhalb Jahren als neuer Leiter der Kundenzufriedenheit bei 1&1 dem werten TV-Publikum vor.

Die eigenen Erfahrungen und die der Bekannten, die bzgl. der Serviceleistungen von 1&1 gesammelt worden sind, lassen ernsthaft daran zweifeln, ob jemals Kundenzufriedenheit herrschte. Wie immer das alte Lied, halbwegs günstig im Preis, ungenügend im Service, wenn tatsächlich ein Problem vorlag. Auch ich war bereits einige Male in der endlos erscheinenden Warteschleife gefangen und bekam nur inkompetente Tipps und Vertröstungen.

Bei besonders günstigen Preisen erwarte ich grundsätzlich keine hervorragende Serviceleistung. Alles hat seinen Preis. Wenn ein Unternehmen jedoch großspurig mit ihrem Leiter für Kundenzufriedenheit Werbung macht und man dem Gesicht nicht mehr entfliehen kann, egal auf welchem Sender auch immer, besteht durchaus das Recht zumindest ein wenig Serviceleistung erwarten zu können.

Ich bin nicht der Einzige, der mit Herrn D’Avis gerne mal ein Wörtchen gesprochen hätte. Er könne nicht jede Anfrage beantworten, er sei ja auch nur ein Mensch. So wie es aussieht, hatte ihn noch kein Mensch am Telefon. Inzwischen gehört er zu den meistgehassten Werbefiguren und wird regelmäßig als Leiter Kundenverarsche tituliert.

Laut 1&1 existiert Herr D’Avis tatsächlich, auch wenn dessen Existenz inzwischen massiv bezweifelt wird.

Inzwischen tritt er nicht mehr als Werbefigur auf, wahrscheinlich reiner Selbstschutz. Wer weiß zu was der „Kundenmob“ fähig ist.