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Freebooting – Facebook macht YouTubern das Leben schwer

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Es kommt regelmäßig vor, dass sehr erfolgreiche YouTube Videos von Dritten bei Facebook illegal hochgeladen werden, ohne dass diese die Erlaubnis des YouTubers eingeholt haben. Warum das ein ernsthaftes Problem für YouTuber ist, wird erst dann richtig ersichtlich, wenn man das System Facebook mit dem System YouTube näher vergleicht.

Bei Freebooting geht es nicht um das Einbetten (Embedding) eines YouTube Links in einen Facebook-Post, was legal ist, sondern um das illegale Hochladen eines YouTube Videos auf die Facebook-Server. Wir müssen hierbei nicht um den heißen Brei herumreden, das unlizenzierte Hochladen eines YouTube Videos auf Facebook ist eine Urheberrechtsverletzung, die abgemahnt werden kann.

Finanzielle Verluste

Gerade für YouTuber, die mit ihren Videos ihr Hobby finanzieren oder sogar ihren Lebensunterhalt bestreiten, stellt dies ein ernsthaftes Problem dar. Es geht nicht nur darum, dass der YouTuber die Kontrolle über sein Video durch illegalen Upload verliert, sondern auch darum, dass dies zu ernsthaften finanziellen Verlusten führen kann.

Keine Views auf YouTube, keine Werbeinnahmen – außer für Facebook

Bisher kann man mit Videos auf Facebook, im Gegensatz zu YouTube, kein Geld durch Werbeeinahmen generieren. Der Content-Dieb selbst verdient durch den illegalen Upload bei Facebook auch kein Geld, jedoch bekommt seine Facebook-Seite bzw. sein Facebook-Profil für interessante oder witzige Inhalte Likes, Follower, Kommentare, Aufmerksamkeit und damit Reichweite. Reichweite ist im Social Media Business eine entscheidende Kennziffer. Der Schöpfer des Videos geht dagegen für den Upload bei vollkommen leer aus. In den meisten Fällen wird er vom „Dieb“ noch nicht einmal genannt oder verlinkt. Facebook selbst verdient ein Haufen Geld mit Werbeeinblendungen in den Videos.

Das schaue ich mir nicht zweimal an

Facebook ist wahrscheinlich die größte Social Media Community auf der Welt. Facebook-User, die das „geklaute“ Video bereits auf Facebook angeschaut haben, werden in den meisten Fällen das Video nicht noch mal auf YouTube anschauen. Dadurch gehen dem Urheber / YouTuber wertvolle Views und Einnahmen verloren.

YouTube Content-ID-System

Selbstverständlich werden auch auf YouTube oft genug fremde Inhalte illegal hochgeladen und monetarisiert. Über das YouTube-Content-ID-System verdienen die Urheber des YouTube Videos jedoch an den Werbeeinnahmen des illegal hochgeladenen Videos mit und gehen somit nicht komplett leer aus, wie dies bei Facebook der Fall ist.

Löschen von illegalen Video Uploads

Daneben kann man ziemlich leicht und schnell über YouTube illegale Uploads löschen lassen, was bei Facebook wesentlich länger dauert. Das ist ein Problem, da die entscheidende Verwertungsdauer von YouTube Videos in vielen Fällen nur ein paar Tage lang ist.

Facebook Vs. YouTube

Facebook will mit aller Macht in den Videomarkt eindringen und YouTube das Wasser abgraben. Es ist ein offenes Geheimnis, dass auf Facebook hochgeladene Videos in Darstellung und Reichweite YouTube Links vorgezogen werden. Facebook hat kein allzu großes Interesse daran, dass erfolgreiche Videos schnell von Ihrer Plattform verschwinden.

 

Trotz aller Marktmacht von Facebook, hat jeder YouTuber das Recht darauf, dass seine bei Facebook illegal hochgeladenen Videos schnellstmöglich gelöscht werden.

 

Facebook wird erst dann den Verdacht beseitigen können, dass sie an dem reichweitenstarken illegalen YouTube-Video-Content ein sehr hohes Eigeninteresse haben, wenn sie den geprellten Urhebern Werkzeuge in die Hand geben, die illegalen Uploads auf schnellstem Weg zu beseitigen und wenn diese durch ein funktionierendes Content-ID-System an den Werbeeinnahmen beteiligt werden.

It’s up to you Facebook!

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iPhone 6 – von Vorreservierungen, Vorbestellungen und Vertragsabschlüssen

iPhone 6 Werbung

iPhone 6 – Wie viel Werbung ist erlaubt?

Bei vielen Smartphone-Nutzern und Apple-Jüngern steigen Anspannung und Vorfreude: Voraussichtlich am 09. September stellt Apple sein neues iPhone 6 vor. Die Gerüchte reichen von Modellen mit verschiedener Display-Größe, besonderem Schutz durch Saphirglas, NFC-Chip und WLAN-ac-Modul bis hin zu einer drahtlosen Aufladung, statt dem altgedienten Kabel. Mehrere Mobilfunkanbieter werben schon jetzt indirekt mit dem neuen iPhone und bieten Vorreservierungen an.

Was aber, wenn das iPhone 6 gar nicht am 09. September, sondern erst Mitte 2015 erscheint? Es stellt sich daher die Frage, ob es für Händler und Mobilfunkanbieter zulässig ist, mit Produkten Werbung zu betreiben, die noch gar nicht auf dem Markt existieren. Drohen Probleme mit dem Wettbewerbsrecht?

Aber was ist eigentlich erlaubt? Und was passiert, wenn man sich für eine solche Reservierung entscheidet?

Werbung mit unbekannten Produkten

Die Problematik ist offensichtlich: der Erscheinungstermin ist noch ungewiss, das Produkt unbekannt. Klar ist nur, dass Apple am 09.09.2014 irgendetwas in Cupertino präsentiert. Möglicherweise ein, möglicherweise auch zwei verschiedene iPhones in unterschiedlichen Größen. Auch die genaue Beschaffenheit des Gerätes kennt noch keiner – auch wenn die wildesten Gerüchte im Netz kursieren. Es gibt keine verbindlichen Preisinformationen, alles ist spekulativ. Doch wenn nichts klar ist, kann nur klar sein, dass jeder seine eigenen Vorstellungen hinsichtlich des Gerätes entwickelt.

Die rechtliche Bewertung von unzulässiger Werbung ist jedenfalls stark abhängig vom jeweiligen Einzelfall.

Darf ein Mobilfunkanbieter bereits jetzt schon mit dem neuen iPhone werben, obwohl es noch gar nicht auf dem Markt ist?

Wie es so schön heißt: Es kommt darauf an. Für den Mobilfunkanbieter gibt es einiges zu beachten, insbesondere das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb.  Andernfalls läuft er Gefahr, beispielsweise von einem Mitbewerber, dem Verbraucherschutz oder der Wettbewerbszentrale abgemahnt zu werden. So ist es ihm anzuraten, nicht einfach so ins Blaue hinein irgendetwas zu behaupten und insbesondere damit nicht zu werben.

Würde der Mobilfunkanbieter nämlich konkrete Angaben hinsichtlich der Beschaffenheit des iPhones machen, so würde er möglicherweise eine irreführende oder unlautere geschäftliche Handlung begehen, indem er mit Eigenschaften wirbt, die das neue iPhone letztendlich gar nicht hat. Auch könnte es problematisch werden, wenn Informationspflichten unterlassen werden. Der Kunde muss hinreichend über das beworbene Produkt und dessen Preis informiert werden, um entscheiden zu können, ob er das Produkt kaufen möchte. Das UWG und die darin umgesetzte UGP-Richtlinie, als auch die Preisangabenverordnung bieten genügend Fallstricke für den Mobilfunkanbieter, weswegen sich die Angebote momentan insgesamt sehr vage halten. So wird nicht das iPhone an sich beworben, sondern nur dessen baldige Verfügbarkeit. Nicht der Kauf wird angeboten, sondern nur eine Art Vorreservierung um frühzeitig bestellen zu können.

iPhone 6 Werbung

iPhone 6 Werbung

Eine Vorreservierung? Was ist das denn? Und was passiert, wenn mir das neue iPhone gar nicht gefällt?

Problemlos ist eine solche Reservierung, solange keine Verpflichtungen entstehen. Damit wird dem Kunden lediglich die Möglichkeit eingeräumt, sich mit Neuigkeiten via Email versorgen zu lassen und dann als einer der Ersten das heißbegehrte Smartphone bestellen und damit auch in den Händen halten zu können. Sofern die Möglichkeit der Reservierung nicht von einem Vertragsabschluss abhängig gemacht wird, haben wir dagegen also keine rechtlichen Bedenken. Andernfalls sähe dies rechtlich jedenfalls etwas schwieriger aus, weil zum jetzigen Zeitpunkt die genauen Tatsachen – Welches Gerät? Zu welchem Preis? – auf deren Grundlage ein Vertragsschluss normalerweise erfolgt, noch gar nicht bestimmbar sind und auch nicht erst später durch bereits vereinbarte Kriterien konkretisiert werden können. Natürlich verspricht sich aber der jeweilige Mobilfunkanbieter durch die Ankündigung des iPhones und der damit verbundenen Reservierungen viele neue Vertragsabschlüsse. Und die wird er wohl auch bekommen. Klarzustellen ist jedoch: Vorreservierungen an sich sind nicht rechtsverbindlich – das heißt, man kann jederzeit seine Reservierung widerrufen, sollte einem das iPhone, wie es denn letztendlich auf den Markt kommt, nicht zusagen. Aber auch für den Fall, dass ein Vertrag abgeschlossen werden würde, besteht meist ein vertragliches, jedenfalls aber ein gesetzliches Rücktrittsrecht. Keiner kauft ja gerne die Katze im Sack.

Und wie sieht das für Bestandskunden eines Mobilfunkanbieters aus, die schon einen Vertrag haben?

Geschickt sind sie schon, die Mobilfunkanbieter. Zumeist ist eine Vorreservierung für Bestandskunden an eine Vertragsverlängerung gekoppelt. Doch was soll man mit einer Vertragsverlängerung, wenn einem das neue iPhone dann doch nicht gefällt? Nichts. Muss man auch nicht. Wie bei den Neukunden gilt auch hier: die bloße Reservierung tut erst mal nicht weh. Man darf lediglich bevorzugt bestellen und kann seine Reservierung bei Nichtgefallen jederzeit widerrufen. Mit Bestellung wird dann jedoch zumeist auch die Vertragsverlängerung verbindlich. Und möchte man diese widerrufen, so gilt das, was für Mobilfunkverträge auch sonst gilt.

Fazit:

Werbung für noch nicht auf dem Markt erschienene Produkte ist in den rechtlichen Grenzen möglich, aber auch gefährlich. Für den Kunden kann durch eine bloße Reservierung zur bevorzugten Bestellung jedoch keine Pflicht zur Abnahme geschaffen werden, wenn die wesentlichen Vertragspunkte noch so unklar sind, wie dies momentan beim iPhone 6 der Fall ist.

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Werbeverbot umfasst auch Youtube Beiträge

iur law sebastian wulf

Das Landgericht Köln verurteilte einen Wettbewerber des Reiseportals Holiday Check mit Beschluss vom 8. August 2012 (Az. 31 O 491/11 SH II), wegen eines wettbewerbsrechtlichen Verstoßes zur Zahlung eines Ordnungsgeldes in Höhe von 20.000 Euro.

Dem Ordnungsmittelverfahren war bereits ein wettbewerbsrechtlicher Rechtsstreit vorausgegangen.

Der Wettbewerber hatte einen Werbespot, trotz des bestehenden Unterlassungsgebots auf der Internetplattform Youtube online gestellt. Das Gericht kam zu dem Ergebnis, dass das Bereithalten eines Werbespots auf Youtube Werbung sei. Der Nutzer habe, auch wenn er den Werbespot auf Youtube durch Eingabe eines Suchbegriffs gezielt suchen muss, die Möglichkeit den Spot anzusehen. Die Werbebotschaft werde von den Betrachtern auch zur Kenntnis genommen, wenn der Spot nur angesehen werde, weil der Werbespot in witziger Form dargestellt wird. Der Verteidigung des Mitbewerbers, die Einstellung des Werbespots bei Youtube diene Archivierungszwecken, ist das Gericht nicht gefolgt.YouTube LG Köln

Die Höhe des Ordnungsgeldes müsse so bemessen werden, dass sich eine erneute Zuwiderhandlung für den Schuldner unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht lohne. Zu Lasten der Schulderin berücksichtigte das Gericht, dass die Mitbewerberin den Werbespot zu einem Zeitpunkt ins Internet einstellte, als das Urteil der Kammer, das ihr die Werbung mit den im Spot enthaltenen Inhalten verbot, bereits verkündet und an diese zugestellt worden war. Es handelte sich außerdem bereits um einen wiederholten Verstoß. Der Werbespot war zudem innerhalb eines langen Zeitraums (5 Monate) online abrufbar.

Zu Gunsten des Mitbewerbers berücksichtigte das Gericht hingegen die geringere Werbewirkung des Spots auf Youtube im Vergleich zu einer Ausstrahlung im Fernsehen., LG Köln (Az. 31 O 491/11 SH II).

Fazit:

Das Urteil des LG Köln ist folgerichtig, da die Ausstrahlung eines Spots auf Youtube unstreitig auch zur Werbung geeignet ist.

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Es kostet nichts, nervt aber trotzdem

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Werbung ist, insbesondere wenn sie überhandnimmt, ein Ärgernis. Der Briefkasten ist innerhalb weniger Tage komplett überfüllt und wichtige Briefe können in dem Werbemüll schon mal untergehen. Dagegen kann man etwas unternehmen, indem man den Briefkasten mit einem „keine Werbung“ Aufkleber versieht.

Neben den klassischen Werbeflyern werden die Briefkästen in aller Regel mit kostenlosen Anzeigenblättern zugebombt. Diese bestehen hauptsächlich aus Anzeigen, Werbebeilagen und einem in der Regel ziemlich kleinen redaktionellen Teil.

Belästigung Werbung UWGDer BGH (Beschluss vom 16.05.2012 – Az.: I ZR 158/11) musste vor kurzem die Frage klären, ob der Einwurf von solchen Anzeigenblättern in Briefkästen, die mit einem Aufkleber „keine Werbung“ versehen sind, eine unzumutbare Belästigung gem. § 7 UWG darstellt. Der BGH sagt nein. Die Aufkleber „keine Werbung“ würden sich auch nur gegen reine Werbung aussprechen. Aufgrund des redaktionellen Teils, seien solche Anzeigenblätter davon nicht betroffen. Selbst wenn man eine Belästigung annehmen würde, sei diese nicht unzumutbar, da man ja auch einen Aufkleber „keine kostenlosen Anzeigenblätter“ auf dem Briefkasten anbringen könnte.

„Das Berufungsgericht, dessen Urteil in GRUR-RR 2011, 469 und NJW 2011, 3794 veröffentlicht ist, hat mit Recht angenommen, dass das Verhalten der Beklagten nicht gegen § 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG verstößt. Die genannte Bestimmung setzt einen erkennbar entgegenstehenden Willen des Empfängers der Werbung voraus. Hieran fehlt es bei kostenlosen Anzeigenblättern, die einen redaktionellen Teil enthalten, wenn ein Aufkleber auf einem Briefkasten sich lediglich gegen den Einwurf von Werbung richtet. Dies gilt auch dann, wenn in den Anzeigenblättern lose Werbeprospekte einliegen. Eine denkbare Belästigung wäre zudem nicht unzumutbar, weil der Empfänger ihr ohne weiteres durch das Anbringen eines entsprechenden Aufklebers „Keine Werbeprospekte und keine Anzeigenblätter“ oder „Keine Werbeprospekte und keine Anzeigenblätter mit einliegenden Werbeprospekten“ entgegentreten könnte.“    

Fazit:

Doppelt hält besser!

 

 

 

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Microsoft: Schützen Sie Ihre Kinder vor Cybermobbing, aber ohne Einschränkung der Telefon- oder Computerprivilegien!

Schadensersatz Rufschädigung

Microsoft kümmert sich um die Belange der Menschheit. Diesen Eindruck versucht Microsoft zumindest zu erwecken. Im „Safety & Security Center“ von Microsoft werden wertvolle, an Eltern gerichtete Tipps gegeben, wie man dem Thema Cybermobbing am sinnvollsten begegnet. Man solle die Polizei rufen, wenn physische Gewalt drohe. Keinesfalls solle man den Rackern die PCs wegnehmen: “ Versichern Sie Ihren Kindern, dass Sie die Telefon- oder Computerprivilegien der Kinder deswegen nicht einschränken werden.“ Microsoft hat eine viel bessere Idee: „Ermutigen Sie Ihre Kinder, Freundschaften zu schließen und auf Freunde aufzupassen. cybermobbingCyberbullys wählen Kinder mit soliden Freundschaften weniger wahrscheinlich als Opfer aus. Wenn ein Opfer Freunde hat, die sich zusammenscharen, wird das Mobbing normalerweise beendet.“

Fazit: Kaufen Sie alle Sicherheitsprogramme von Microsoft und ihre Kinder werden wohlbehütet und eingebettet in blühenden Freundschaften gedeihen und irgendwann selbst zahlungskräftig sein und sich daran erinnern, wem sie ihre unbeschwerte Kindheit zu verdanken haben: Microsoft, du mein Schutzengel.

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neuer Want-Button auf Facebook

facebook_17

Facebook will anscheinend einen neuen Button einführen, mit dem man Dinge markieren kann, die man gerne hätte. Das neue Feature soll wohl dabei helfen, die Nutzer gezielt mit Werbung zu beaufschlagen.

Eines der erstrebenswertesten Dinge in der digitalen Welt ist es offenbar, bei Facebook möglichst viele „Likes“ zu bekommen. Dies geht sogar soweit, dass Unternehmen sich mit Gewinnspielen und Gutscheinen prostituieren, um an die falschen Freunde heranzukommen. Nun geht Facebook einen Schritt weiter.Es soll der „Want“- Button kommen, um jegliche Missverständnisse zu beseitigen.want button facebook

Firmen, die Produkte auf Facebook bewerben, können anhand der erhaltenen Likes bisher nur grob abschätzen, wie gut ein Produkt bei den einzelnen Usern ankommt. Diese Informationen können dann für die Auswahl von Werbung genutzt werden, die Usern gezielt eingeblendet wird.

Präzisere Information gefragt

Allerdings ist der „Like“-Button als Beliebtheitsmesser für Produkte recht ungenau: Er liefert ja nur die Aussage, dass dem User ein Eintrag mit dem Hinweis auf ein Produkt gefällt. Offen bleibt dabei, ob er den beworbenen Artikel bereits besitzt und zufrieden damit ist oder ihn lediglich gerne hätte – oder ob ihm eventuell auch nur die Form gefällt, in der dieser beworben  wird.

Hier würde ein „Want“-Button für Klarheit sorgen. Wer ihn anklickt, sagt damit explizit aus, dass er das Produkt gerne hätte. Wahrscheinlich  wird an so etwas auch bereits gearbeitet: Der Entwickler Tom Waddington befindet sich in der Umsetzung des Ganzen.

In datenschutzrechtlicher Hinsicht dürfte es hier selbstredend keine Probleme geben. Niemand wird gezwungen, den Button zu betätigen. Die Weitergabe der Infos an die Werbeindustrie wird garantiert erfolgen.

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Werbung mit verstorbenem Enke unzulässig

bibel

Werbung in einer ganz besonders makaberen Art konnte man bis gestern auf eBay verfolgen. Dort bot laut Bild ein bisher Unbekannter ein KFZ an, dessen Vorbesitzer der verstorbene Robert Enke war. Das Verwerfliche daran ist nicht das Angebot zum Verkauf, sondern die Art und Weise des Anbietens:

„Wenn Sie ein Stück des unvergessenen Fußballers Robert Enke besitzen möchten, dann bieten Sie auf diesen praktischen, geräumigen Wagen (…) mit einer besonderen Vorgeschichte.“

weiter:

„Sie bieten auf den Mercedes-Benz GL 320 CDI des weltbekannten Fußballspielers Robert Enke, der bei der letzten EM 2008 bei der Deutschen Nationalmannschaft Torverteidiger war.

werbung mit toten promis

Hinzu wurde das Angebot mit zwei Bildern des Verstorbenen sowie dessen Fahrzeugbrief samt Daten veröffentlicht.

Moralisch und juristisch völlig daneben. In einem solchen Fall enden die Verteidigungsmöglichkeiten nicht mit dem Tod des Prominenten. Gemäß § 22 Kunsturhebergesetz bedarf es bis zum Ablaufe von 10 Jahren nach dem Tod des Prominenten der Einwilligung der Angehörigen des Abgebildeten. Da eine solche hier nicht vorliegt könnten die Angehörigen den makaberen Anbieter auf Unterlassung in Anspruch nehmen.

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Kanzlei macht Werbung für ihre eigenen Abmahnungen

Wesaveyourcopyrights

Beim allmorgendlichen Durchsurfen einiger Newsportale ist mir eine AdSense Anzeige ins Auge gesprungen. Ich konnte es zunächst nicht glauben und ging auf die Suche bei Google AdWords und tatsächlich, da war sie – die Anzeige.

wesaveyourcopyrights-adwords

Abmahnung erhalten?wesaveyourcopyrights.com

Die auf Dauerfeuer geschalteten AdWords-Anzeigen bspw. der Kollegen WBS, Hechler oder Internetrecht NRW, in denen für die Verteidigung von Abgemahnten wegen Uhreberrechtsverletzung geworben wird, ist nichts Neues. Dass aber eine Kanzlei, die im Auftrag diverser Rechteinhaber Anschlussinhaber wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen über Tauschbörsen abmahnt, AdWords-Anzeigen schaltet, ist mir neu.

Die Anzeigen dienen sicherlich nicht der Mandantengenerierung.

Ich gehe mal davon aus, dass der Kollege Weber bzw. die WeSaveYourCopyrights Rechtsanwaltsgesellschaft mbH mittels dieser Anzeigen versucht, die hilfesuchenden Abgemahnten auf seine Website zu lotsen. Dort wird dem Abgemahnten klar gemacht, dass es besser wäre, die Unterlassungserklärung abzugeben und den geforderten Schadensersatz zu leisten.

Aufgrund des der Abmahnung zu Grunde liegenden, über Ihren Internetanschluss festgestellten Rechtsverstoßes besteht ein Schuldverhältnis zwischen dem Verletzten und dem Verletzer, welches sich durch die Abmahnung konkretisiert hat. Aufgrund dessen ist der Abgemahnte – jedenfalls um spätere negative Kostenfolgen zu vermeiden – verpflichtet, die geltend gemachten Ansprüche zu erfüllen oder jedenfalls erhebliche Einwendungen geltend zu machen bzw. sich substantiiert zu den Vorwürfen zu äußern. (Quelle: http://wesaveyourcopyrights.com/post-abmahnung/)

So kann man es auch versuchen, sich die nervigen Gegenanwälte vom Hals zu schaffen 😉

Hilfe, Fakten und Zahlen zum Thema Abmahnung WeSaveYourCopyrights finden Sie hier

 

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Oh man Hamm, das geht auf keine Kuhhaut

LG Frankenthal

Textilleder ist kein Leder. Das ist nichts Neues. Der mündige Verbraucher scheint das nicht zu wissen, könnte man meinen, wenn man das Urteil des OLG Hamm (Az. I-4 U 174/11) liest.

TextillederDas OLG Hamm hat aktuell entschieden, dass die Bezeichnung von Polstermöbeln in der Werbung als „Textilleder“ irreführend für die Verbraucher sei, wenn die Waren tatsächlich „nur“ aus Kunstleder  bestehen. Bei Möbeln aus Textilleder ginge der Durchschnittsverbraucher davon aus, dass echtes Leder enthalten sei. Aus diesem Grunde sie die Bewerbung von Materialien, die nicht aus Tierhaut oder Tierfellen hergestellt seien unzulässig und wettbewerbswidrig. Die Verbraucher könnten in der irrigen Annahme ein echtes Lederprodukt erworben zu haben davon abgehalten werden, sich echte Lederwaren zu kaufen.  Dies laufe den Interessen der Mitglieder des Antragstellers (Verein für Unternehmen der ledererzeugenden Industrie) zuwider.

Fazit: Eine Entscheidung, die man als Antragsgegner nicht unbedingt hinnehmen muss. Insbesondere nicht vor dem Hintergrund, dass der europäische Gesetzgeber von einem mündigen EU-Bürger ausgeht. Dazu gehören auch die Deutschen.

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Wenn einen unerwartet das eigene Konterfei aus dem Zubehörregal entgegengrinst…

grinsekopf

grinsekopf… hört der Spaß auf! Angeln ist seine große Leidenschaft. Der meditative Charakter dieses Sports hat auch seine positiven Auswirkungen auf unseren Mandanten. Er ist ein in sich ruhender Mensch, bis zu dem Augenblick, als er in einem Angelladen seinem eigenen Konterfei auf gefühlten 50 Angelzubehörprodukten gegenüber stand.

An Alzheimer litt er nicht, trotzdem konnte er sich nicht daran erinnern, dass er dem Hersteller der Produkte als Testimonial zur Verfügung stand. Er konnte sich an überhaupt keine Werbeaufnahmen geschweige denn an einen Werbevertrag erinnern. Eingänge unbekannter Herkunft auf seinem Konto konnte er ebenfalls nicht verzeichnen.

Das Bild erkannte er wieder. Es ist im Rahmen einer Anglerreise entstanden. Es sollte ausschließlich für einen Hintergrundbericht in einem Anglermagazin Verwendung finden. Weitergehende Rechte wurden nicht eingeräumt.

Der Hersteller der Anglerprodukte war sich zunächst keiner Schuld bewusst. Sie hätten doch kostenpflichtige Anzeigen in dem Magazin geschaltet. Da wäre es doch logisch, dass sich auch aus dem Fundus des Magazins bedienen könnten. Geben und Nehmen lautet hier die Devise.

Nach einer umfangreichen rechtlichen Aufklärung (Recht am eigenen Bild, Erwerb von Nutzungsrechten, etc.), wozu der Hausjurist scheinbar nicht in der Lage war, einigte man sich auf einen Schadensersatzausgleich in Form von Geld und Naturalien. Die nächsten 10 Jahre Angelprodukte frei Haus.

Was lernt man daraus, Augen auf beim Einkauf. Man weiß ja nie, wofür man so alles Werbung macht.

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Leiter Kundenzufriedenheit wird zu Grabe getragen – eine Werbeverarsche findet ihr Ende

Cybermobbing Cyberbullying

„Die neust‘ Innovation, das bin isch“, so stellte sich Marcell D’Avis vor eineinhalb Jahren als neuer Leiter der Kundenzufriedenheit bei 1&1 dem werten TV-Publikum vor.

Die eigenen Erfahrungen und die der Bekannten, die bzgl. der Serviceleistungen von 1&1 gesammelt worden sind, lassen ernsthaft daran zweifeln, ob jemals Kundenzufriedenheit herrschte. Wie immer das alte Lied, halbwegs günstig im Preis, ungenügend im Service, wenn tatsächlich ein Problem vorlag. Auch ich war bereits einige Male in der endlos erscheinenden Warteschleife gefangen und bekam nur inkompetente Tipps und Vertröstungen.

Bei besonders günstigen Preisen erwarte ich grundsätzlich keine hervorragende Serviceleistung. Alles hat seinen Preis. Wenn ein Unternehmen jedoch großspurig mit ihrem Leiter für Kundenzufriedenheit Werbung macht und man dem Gesicht nicht mehr entfliehen kann, egal auf welchem Sender auch immer, besteht durchaus das Recht zumindest ein wenig Serviceleistung erwarten zu können.

Ich bin nicht der Einzige, der mit Herrn D’Avis gerne mal ein Wörtchen gesprochen hätte. Er könne nicht jede Anfrage beantworten, er sei ja auch nur ein Mensch. So wie es aussieht, hatte ihn noch kein Mensch am Telefon. Inzwischen gehört er zu den meistgehassten Werbefiguren und wird regelmäßig als Leiter Kundenverarsche tituliert.

Laut 1&1 existiert Herr D’Avis tatsächlich, auch wenn dessen Existenz inzwischen massiv bezweifelt wird.

Inzwischen tritt er nicht mehr als Werbefigur auf, wahrscheinlich reiner Selbstschutz. Wer weiß zu was der „Kundenmob“ fähig ist.

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Total beliebt. Und keiner weiß warum.

sixt_piraten

sixt_piratenDer Autovermieter Sixt tobt sich in seiner Werbung gerne an politischen Themen aus. In seiner aktuellen Anzeigen-Kampagne, die im Handelsblatt, der SZ und der FAZ geschaltet ist, nimmt er die Piraten aufs Korn. „Total beliebt. Und keiner weiß warum“ und spricht damit wohl einigen Politikern der Konkurrenzparteien aus der Seele.

Eigentlich wollte sich Sixt nach dem „Drachmen-Desaster“ gemäß Firmenchef Erich Sixt nicht mehr aus dem politischen Themenfundus bedienen. Sag niemals nie ist hier die Devise. Gut so, denn gutgemachte Werbung läuft einem nicht häufig über den Weg.