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Herr Schwager aus Sachsen-Anhalt ist Fahrer des Monats Juni mit Score von 100, Prämie: 155,43 – Telematik-Sicherheits-Service der Sparkassen DirektVersicherung. Verloren hat er dennoch, der Sachse, ebenso wie viele Mitmenschen, die Widerstand leisten, gegen die digitale Bauernfängerei. Ein aussichtsloser Kampf.

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Karsten Gulden

Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht bei gulden röttger | rechtsanwälte
"der gute Ruf za(e)hlt"
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eute habe ich einen kleinen Artikel auf futurezone gelesen. Titel: „Überwachung im Auto vor dem Durchbruch“.

In dem Artikel geht es um einen neuen Trend, dass Autofahrer freiwillig ihren Fahrstil von ihrer Versicherung überwachen lassen, um dann eine Prämie zu bekommen, wenn sie möglichst viele Punkte erreichen. Bremsen und Gas geben wird überwacht. Einer der Glücklichen des Monats Juni ist ein Herr Schwager aus den neuen Bundesländern. Seine vermeintliche Einsparung: 155,43 Euro.

Erschreckend: Nach Angaben von futurezone hat die Sparkassen-Direkt-Versicherung 1.000 Telematik-Boxen in die Wagen der Versicherungsnehmer einbauen lassen, die sofort vergriffen waren und das, obwohl der Einbau zeitaufwändig und mit einem Werkstatttermin verbunden war, laut futurezone. Es soll bereits eine Warteliste geben. Menschen, die hungrig danach sind, ihre Daten aufzugeben.

Sind diese Menschen dumm? Was treibt sie an?

Sie wollen sparen und sehnen sich nach einem geldwerten VORTEIL im Sinne der alten Währung. Ein paar Euro einsparen. Tolle Sache! So meinen sie.

Haben diese Pioniere der Datenaufgabe am Ende Recht? Wer sind tatsächlich die Dummen?

Ich sage es euch: Wir!

Es wird sehr bald keine bezahlbaren Versicherungstarife mehr geben. Zumindest nicht bezahlbar mit der alten Währung – dem Euro.

Wer nicht bereit sein wird, seine Daten aufzugeben, der wird tief in die Tasche greifen müssen. Irgendwann werden sie geächtet werden, die Datenschutzheinis. Man wird sie schräg anschauen. Was hat der zu verbergen? Warum zieht er nicht blank? Wo sind seine Daten? Der führt was im Schilde.

Bleiben wir optimistisch. Der Kampf ist noch nicht verloren, auch wenn der Gegner ein mächtiger ist – der millionenfache, auf der Warteliste zappelnder Otto-Normal-Verbraucher. Vielleicht wird irgendwann einer der Gewinner des Marionettenspiels „Fahrer des Monats“ keine Krankenversicherung mehr bekommen, weil bei der Datenzusammenführung herauskommt, dass er einmal im Monat unkontrolliert Gas gegeben hat. Ein unkalkulierbares Risiko für jede Krankenversicherung dieser Fahrer des Monats.

Datenschutzheinis solidarisiert euch. Es ist noch nicht zu spät.

 

 

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