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Karsten Gulden

Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht bei gulden röttger | rechtsanwälte
Outlaw: draußen unterwegs, drinnen Anwalt
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Zwischen Günther Jauch und dem Boulevardmagazin „Closer“ soll sich laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung ein Rechtsstreit anbahnen. Die Anwälte des erfolgreichen Moderatoren ließen die Zeitschrift abmahnen, nachdem diese ein Bild von Jauch und seiner Ehefrau zusammen mit den Paaren Gottschalk und Westerwelle beim Abendessen veröffentlicht hatte. Anstatt eine Unterlassungserklärung abzugeben veröffentlichte „Closer“ das Foto erneut. Im zweiten Artikel ging es hauptsächlich um die Verbindung von Politikern und Journalisten.Recht am Bild - Prominente

Der Bauer-Verlag sieht sich im Recht und begründet die ungewöhnliche Vorgehensweise mit der Absicht, den Einschüchterungsversuchen nicht nachgeben zu wollen. Nach Auffassung dessen Justitiars ginge es hier nicht um die Wahrnehmung berechtigter Interessen. Jauchs Anwalt hingegen wirft dem Blatt vor, mit regelmäßigen Rechtsverletzungen zu kalkulieren.

Wie ist der Fall rechtlich einzuordnen?

Nach der Caroline-Rechtsprechung des EGMR könnte Jauch in der Tat ein Anspruch auf Unterlassung gegen die erste Veröffentlichung zustehen. Die Veröffentlichung von Bildern von prominenten Personen ist grundsätzlich zulässig und „leistet“ meist auch einen Beitrag zu Diskussionen von allgemeinem Interesse. Bei Abbildungen von VIPs bei privaten Aktivitäten ist dies freilich nicht der Fall. Die Öffentlichkeit hat dann auch kein berechtigtes Interesse daran zu erfahren, wo sich die Prominenten aufhalten und wie sie sich in ihrem Privatleben verhalten, selbst wenn sie sich in nicht abgeschlossenen Räumen aufhalten.

Allerdings kommt es bei der Abwägung auch auf den Berichtzusammenhang an. Bei der zweiten Veröffentlichung im „Closer“ müssen die Richter nunmehr prüfen, in wie weit der Artikel das Verhältnis von Jauch oder Journalisten im Allgemeinen zu Politikern thematisiert. Die Gerichte werden wohl auch klären müssen, ob die zweite Veröffentlichung notwendig war oder eher erzwungen wurde.

 

 

 

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