1.900 Euro für eine Erstberatung – Mandant mutiert zum Werwolf

werwolfmandantZu später Stunde habe ich am gestrigen Abend eine Anfrage eines Rechtssuchenden beantwortet und ihm auch mitgeteilt, dass eine Erstberatung sinnvoll sei, um den Fall rechtlich und tatsächlich einer Grundinspektion zu unterziehen. Dies fand er toll und war auch damit einverstanden. Freude auf beiden Seiten.
Nun öffne ich heute in der Früh mein Email-Postfach und  bin ganz schön erschrocken. Über Nacht ist der nette (Fast-) Neumandant scheinbar zum Werwolf mutiert, der nichts Besseres im Sinn hat, als mich zu zerfleischen, nicht jedoch ohne mir vorher seinen Unmut zu verbalisieren: „Ich glaub Ihr habt alle die Realität zum Geld verloren! Wenn Sie meinen, dass Sie für Ihre Erstberatung 1.900,- veranschlagen müssen, sehe ich das nicht als Hilfe an, sondern als eine reine Abzocke!“ Rumms.

Oje, das saß. Völlig zu Recht, wie meine sofortige Überprüfung des nächtlichen Emailverkehrs ergab. Im Bett liegend ist mir bei der Beantwortung der Anfrage ein Komma verrutscht, so dass ich 1900,0 Euro schrieb anstatt 190,00 Euro. Der enttäuschte (Fast-) Mandant möge mir nochmals verzeihen. Gemeldet hat er sich nicht mehr…

An und für sich eine lustige Geschichte. Dann habe ich mir jedoch die Frage gestellt wie es sein kann, dass der Werwolf nicht selbst auf die Idee kam, dass mir hier wohl offensichtlich ein Tippfehler unterlaufen sein muss. Dass dem nicht so war führe ich auf die mir bekannte Tatsache zurück, dass es einige, wenige schwarze Schafe unserer Branche mit ihren Abzockmethoden tatsächlich schaffen, den ganzen Berufsstand in den Dreck zu ziehen.

Der Werwolf ward jedenfalls nicht mehr gesehen… Es ist zum Heulen!

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