Ausgenudelt! – Facebook-Seite führt zur Verhaftung wegen Blasphemie

In Griechenland wurde ein 27-Jähriger verhaftet. Der Tatvorwurf der Strafverfolgungsbehörden lautet: Erstellung einer blasphemischen Facebook-Seite. Im griechischen Strafrecht gibt es einen Blasphemieparagraphen, wonach die böswillige Gotteslästerung als Vergehen bestraft wird. Wann im Einzelfall eine böswillige Gotteslästerung vorliegt entscheidet der zuständige Richter. Auf Grundlage dieses Paragraphen wurde der Grieche am 25. September festgenommen.

Er hatte eine Facebook-Seite mit dem Namen Gerontas Pasitios- Elder Pasitios erstellt. Pastios ist eine beliebte griechische Nudelspeise. Auf der Seite befindet sich ein Avatar des 1994 verstorbenen Mönchs Paisios. Ziel der Seite war es wohl auch ein politisches Statement zu setzen.

Der Mönch Paisios wird in Griechenland insbesondere von nationalkonservativen Griechen verehrt. Zu seinen Lebzeiten war der Mönch nicht nur als Seelsorger tätig. Zahlreiche Wunder werden ihm zugeschrieben. Die Heiligsprechung des Mönchs wurde bereits vorgeschlagen. Neben Wundern hat Paisios aber auch mehrere Prophezeiungen hinterlassen. Prophezeit hat er unter anderem einen dritten Weltkrieg, an dessen Ende die Griechen Konstantinopel und damit Byzanz zurück bekommen sollen. Nationalkonservativen Griechen reagieren auf solche Prophezeiungen mit Begeisterung.

Der Journalist Kostas Chardavellas (Anhänger nationalkonservativer Theorien) rief daher zum Protest gegen die Facebook-Seite auf, unterstützt wurde er von der rechten Chryssi Avgi.

Facebook hat die Seite mittlerweile tatsächlich gelöscht. Gleichzeitig wurden jedoch etliche neue Seiten eröffnet, die sich mit dem Thema und der Verhaftung des Gründers der Ursprungsseite auseinandersetzen.

Die Ermittlungsbehörden kamen, Angaben eines Polizeiberichts zur Folge, durch die Auswertung nicht näher spezifizierter „logfiles“, auf die Spur des jungen Griechen. Die Verbindungsdaten wurden wegen eines Vergehens offengelegt, obwohl die Offenlegung gesetzlich vorgeschrieben nur bei Verbrechen erfolgen darf. Wie das sein kann beschäftigt nun viele Griechen.

 

 

 

 

 

 

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