Bilderklau – Ermittlung der Lizenzgebühr ist nicht Sache des Gerichts

Letzte Woche vertraten wir einen Berufsfotografen vor dem Landgericht Frankenthal. Bilderklau war das Thema, der Sachverhalt recht unstreitig. Die Meinungen gingen jedoch hinsichtlich der Höhe der Lizenzforderungen und möglichen Schadensersatzforderungen auseinander. In dem konkreten Fall des Bilderdiebstahls wurde von der Beklagten moniert, dass die MFM-Tabelle nicht anwendbar sei, da die anhand der MFM-Tabelle errechneten Summen zu hoch seien. Dieses Argument überzeugte das Gericht freilich nicht. Auch wurde die Beklagte darüber aufgeklärt, dass die MFM-Tabelle zwar kein Gesetz sei, aber durchaus von Berufsfotografen als Orientierungshilfe zur Ermittlung der Lizenzgebühren und Schadensersatzforderungen herangezogen werden könne. Vorrangig seien jedoch selbstverständlich die eigenen Honorare des Berufsfotografen zur Ermittlung des Schadens zu prüfen. Über die Höhe der Lizenzgebühr könne das Gericht nicht befinden. Das sei Sache der Parteien. Sofern der Fotograf die Forderungen plausibel und transparent darlegen könne, spreche nichts  gegen die Höhe der Forderung. Jedenfalls könne der Verletzer nicht pauschal bestreiten, dass die Forderung zu hoch sei.Fotoklau

Berufsfotografen sollten sich im Falle eines Bilderklaus nicht von der Höhe der ihnen zustehenden Summen erschrecken lassen und die vollen Summen fordern. Wird ein Bildrechtsverstoß erst Jahre später erkannt kann dies zu einer enormen Erhöhung der Lizenzgebühren führen, da es Zuschläge auf die Lizenzen für den Ablauf zeitlicher Intervalle gibt.

Berufsfotografen müssen sich auf die Diskussion der Anwendbarkeit der MFM-Tabelle jedoch nicht einlassen und sollten jeden Auftrag mit ihren eigenen Vertragsbedingungen unterlegen. Dort sollte auch geregelt sein, was der Verletzer im Falle einer lizenzwidrigen Nutzung des Bildes zu zahlen hat (bspw. Vertragsstrafe in fünffacher Höhe des Grundhonorars ect.).

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