Der kranke Anwalt

Wenn man krank ist, sollte man nicht arbeiten. Gut, wenn es dann gesunde Kollegen gibt, die das Kindchen schon schaukeln werden. Daher mein Entschluss heute in der Früh: Ich bleibe zu Hause und genese. Schwierig an dem Genesungsprozess gestaltet sich der Umstand minderjähriger Familienmitglieder, die nicht verstehen, was es bedeutet krank zu sein. Da haben sie wohl etwas gemeinsam mit dem Anwalt von gestern. Der Kranke verhält sich aber auch nicht erkennbar wie ein Kranker, da er ständig über seinem Laptop oder Smartphone hängt. Damit soll nun aber Schluss sein, sagt meine Frau. Recht hat sie. Ich denke, dass wir uns was vormachen, wenn wir glauben, unverwüstlich zu sein. Die Mandanten werden es uns nachsehen, wenn wir mal krankheitsbedingt ausfallen. Der Rest der Welt auch. So wichtig sind wir eben doch nicht – und das ist gut so.

Daher lasse ich die Persönlichkeitsrechte und Medienrechte der Gesunden für heute ruhen und widme mich meiner Gesundheit.

In diesem Sinne, gute Besserung an alle Kolleginnen und Kollegen, denen es genauso geht!

 

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Kommunikation ist der Bund menschlichen Daseins