Die Drohung mit negativen Bewertungen im Internet – strafbar?!

Eigentlich bin ich ein großer Freund der Bewertungen und Rezensionen, die man im Internet so finden kann. Sie helfen mir in der Regel bei meiner Kaufentscheidung. So soll es sein und so wäre es auch gut, wenn es da nicht eine Entwicklung gäbe, die mir Sorgen bereitet: Die Drohung mit negativen Bewertungen, wenn man nicht das bekommt, was man sich so wünscht.

Immer mehr Kunden, User und Patienten sind sich der Macht der Bewertungen im Internet bewusst. Schlechte Bewertungen sind geschäftsschädigend. Das wissen nicht nur die Unternehmen und Dienstleister, sondern auch die Verbraucher und Konsumenten. Natürlich auch die Konkurrenten. Uns so kommt, was kommen muss:

Bei der kleinsten Kleinigkeit werden die Unternehmen und Dienstleister “abgestraft” in Form von schlechten Bewertungen. Kriminell wird es dann, wenn der “Kunde” in Aussicht stellt, den Ruf des Anbieters durch die Abgabe einer unfairen Bewertung zu schädigen, wenn dieser nicht macht, was der “Kunde” will. Meist geht es dann ums liebe Geld.

Das kann dann so aussehen:

“Der Preis für dein Produkt ist viel zu hoch. Ich zahle dir die Hälfte. Wenn du das nicht akzeptierst, werde ich dich schlecht bewerten”

Dieses Verhalten ist nicht nur ethisch verwerflich, sondern kann dazu führen, dass sich der “Bewerter” strafbar macht wegen Nötigung gemäß § 240 Strafgesetzbuch oder gar Erpressung, 253 StGB. Es drohen Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren!

Daher mein Hinweis in aller Deutlichkeit:

Wer mit der Abgabe schlechter Bewertungen droht kann sich strafbar machen!

Ich kann allen Anbietern, Dienstleistern und Unternehmern nur dringend anraten, ein solches Verhalten nicht zu tolerieren und sich nicht darauf einzulassen. Leider zeigt die Praxis jedoch, dass sich selbst etablierte Unternehmen teilweise auf einen solchen Kuhhandel einlassen und im Nachgang Preisnachlässe gewähren. Wer damit beginnt, darf sich nicht wundern, wenn sich das “herum spricht”. Das kann der Anfang vom Ende sein. Wer seriös arbeitet, sollte sich nicht erpressen lassen.

Mein Tipp:

Betroffene Unternehmen und Dienstleister sollten auf freundliche, aber bestimmte Art und Weise den “Bewertern” erklären, dass sie hier in eine Sackgasse laufen und ihnen die Möglichkeit geben, die Sache auf sich beruhen zu lassen. Sollte der “Bewerter” seinen Worten dennoch Taten folgen lassen und eine unfaire Bewertung abgeben, sollten rechtliche Schritte geprüft werden – sowohl in zivil- als auch in strafrechtlicher Hinsicht.

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