Lieber Herr Kollege Dr. Wachs, hören Sie mir mal zu…

Am Wochenende habe ich kurz über die Erfahrungen der Gerichtspraxis in Hamburg, München, Köln und Berlin sinniert. Der Kollege Wachs hat am heutigen Tage einen Kommentar zu diesem Artikel abgelassen, den ich ursprünglich mit einem Gegenkommentar beantworten wollte, bin dann aber zu dem Ergebnis gekommen, dass es im Sinne einer gemeinsamen Diskussion reichhaltiger wäre, die Antwort in Artikelform wiederzugeben, in der Hoffnung, dass der ein oder andere Kollege und selbstverständlich auch alle Kolleginnen ihren Senf dazu abgeben mögen.

Werter Herr Kollege Wachs,

schön, mal von Ihnen zu hören. Ihr Kommentar zu meinem Artikel scheint mit der gleichen “Leidenschaft” verfasst zu sein, die auch mich scheinbar angetrieben zu haben scheint?!

Zu Ihrer Mutmaßung, dass womöglich ein verlorenes Verfahren die Triebfeder des Artikels sei, muss ich Sie enttäuschen. Es ist die Erfahrung aus 7 Jahren Anwaltstätigkeit in dem Kerngebiet des Medienrechts. Nun denn. Erlauben Sie mir ein paar Fragen:

Glauben Sie allen Ernstes, dass die Gerichte sich die Mühe machen werden, sich mit den zigfach vorgetragenen Argumenten auseinanderzusetzen? Die Antwort lautet: Nein. Daher blogge ich auch über diese Unzulänglichkeiten und warte nicht auf die Auflösung der Trägheit der entsprechenden Gerichtsbarkeiten.

Sie beziehen sich allein auf Ihre in Hamburg gesammelten Erfahrungen. Das Hamburger Amtsgericht in allen Ehren. Das hilft uns an dieser Stelle leider nicht weiter und dürfte für jeden spezialisierten und berufserfahrenen Anwalt, der über die Heimatgrenzen hinaus tätig war, offensichtlich sein.

Ihre Stellungnahme zur Prozesskostensicherheit kann nicht gefolgt werden. Vielleicht verstehen wir darunter unterschiedliche Dinge?

Leidenschaftlich finde ich insbesondere Ihr Fazit, in dem Sie meine Eindrücke der nationalen Gerichtspraxis als Unsinn und Selbstblenderei betiteln. Das finde ich beachtenswert und auch bedauerlich zugleich, da dies das genaue Gegenteil von dem darstellt, wozu ich mit meinem Artikel aufrufe. Ein gemeinsames Vorgehen der Anwaltschaft gegen das Hinterherhinken der Gerichtsbarkeit in medienrechtlichen Angelegenheiten.

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