„Move to iOS“ App – mehr als 1.700 negative Bewertungen im Playstore – Rechtsmissbrauch!?

Es hagelte 1-Stern-Bewertungen – für die App „Move to iOS“. Pikant: eine App, die Android Nutzer den Wechsel ins „verfeindete“ Apple-Lager vereinfachen soll. Dennoch wohl keine Legitimation für das, was dann folgte: eine Bewertungsschlacht.

Fatal: Die durchschnittliche Bewertung der App „Move to iOS“ liegt derzeit bei etwa 1,8 Sternen. Unbefangene Nutzer könnten daraus ableiten, dass die App nichts taugt. Es scheint aber vielmehr so zu sein, dass sich hier ein „Fanlager“ namens Android positionieren will, indem der vermeintliche „Feind“ niedergekloppt wird – mit neuzeitlichen Mitteln.

Wie ist eine solche Aktion – Überhäufung eines Unternehmens oder eine Produkts mit 1-Stern-Bewertungen – rechtlich zu bewerten?

Antwort vorweg: Das ist unzulässig und eine nebenbei eine Frechheit, wenn dies wie im vorliegenden Fall geschieht und tatsächlich nicht das Produkt bewertet wird.

Missbräuchliche 1-Stern-Bewertungen sind unzulässig

Fake Bewertungen führen Kunden in die Irre und sind schädigend für das jeweils betroffene Unternehmen – in dem aktuellen Fall Apple – dessen Produkte und Dienstleistungen.

Fake Bewertungen sind keine Meinung und nicht geschützt

Es ist in rechtlicher Hinsicht anerkannt, dass in der öffentlichen Auseinandersetzung aus Gründen der Meinungsfreiheit auch Kritik hingenommen werden muss. Unzulässig ist aber eine „Schmähkritik“, d.h. Werturteile, die in jeder sachlichen Grundlage entbehrende böswillige oder gehässige Schmähungen übergehen. Dies gilt besonders für Fake-Bewertungen. Ebenso unzulässig sind Meinungsäußerungen, für die es überhaupt keine Anknüpfungspunkte gibt. Zudem sind falsche Tatsachenbehauptungen nie von der Meinungsfreiheit gedeckt und damit rechtswidrig.

Vorliegend geht es den Bewertern wohl überwiegend einzig darum, den einen Konzern zu erniedrigen – in Form von 1-Stern-Bewertungen. Dies ist von der Meinungsfreiheit nicht umfasst, da nicht die konkrete App bewertet wird, sondern einzig die Verächtlichmachung von Apple gewollt ist. Das ist nicht Sinn und Zweck von Bewertungen, auch nicht von Sternebewertungen. Zulässig sind Sternebewertungen als Ausdruck der Meinungsfreiheit. Sind die Sterne jedoch bloßer Ausdruck einer Schmähung oder sollen diese als Ausdruck unwahrer Tatsachenbehauptungen abgegeben werden, so ist dies unzulässig.

Tipp:

Wer eine 1-Stern-Bewertung zur Äußerung der eigenen Meinung abgeben möchte darf dies tun, sollte aber das Produkt oder die Dienstleistung damit bewerten und die Bewertung auch begründen, auch wenn dies gesetzlich kein Muss ist.

Ergänzung:

Unzulässig ist die Abgabe einer negativen Bewertung aus rein diffamierenden Gründen, auch wenn es sich dabei nur um eine Sterne Bewertung ohne Textbeitrag handelt.

ein rein theoretisches Problem? Nein!

Es gibt bereits Fälle, in denen Fake-Bewerter, die reine 1-Stern-Bewertungen aus rufschädigenden Gründen abgegeben haben, überführt werden können, weil sie bspw. den einen Betrieb mit fünf Sternen bewertet haben und am gleichen Tag den Konkurrenten mit nur einem Stern, obwohl sie bisher keinen Kontakt zu dem Unternehmen oder dessen Produkten bzw. Dienstleistungen hatten. Die ersten Gerichtsverfahren hierzu werden Klarheit bringen.

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