Niederösterreichisches “Monster” verklagt RTL auf Schmerzensgeld

Während der Aufzeichnungen einer DSDS-Sendung im Jahr 2010 auf den Malediven tauchte unbeabsichtigt ein älterer, beleibter Herr im Hintergrund des Bildes auf. Die Szene wurde ungeschnitten übernommen und ausgestrahlt. Doch damit nicht genug. Zur Belustigung der RTL-Zuschauer wurde den Aufnahmen eine Stimme aus dem Off hinzugefügt, die folgendes verlauten ließ während der Rentner im Hintergrund gemächlich durchs Wasser zog:stoppschild

„Und jetzt, grausam, gefährlich, gefräßig – das Monster aus der Tiefe. Es ist unberechenbar, jetzt geht es an Land“.

Zudem wurde das Ganze mit Musik unterlegt, die üblicherweise in Horrorfilmen läuft.

Als das “Monster aus der Tiefe” aus dem Urlaub heimkehrte kam das böse Erwachen. Hohn und Spott musste der Mann ertragen. Dies lies er sich allerdings zu Recht nicht gefallen und hat nun Klage gegen RTL eingereicht. Sein Ziel: RTL soll ihm ein Schmerzensgeld in Höhe von 16.000 Euro zahlen.

Einschätzung:

Schmerzensgeld ist die umgangssprachliche Bezeichnung für eine Geldentschädigung im Falle einer schwerwiegenden Ehrverletzung. Eine solche soll nur dann zugesprochen werden, wenn eine “Wiedergutmachung” auf andere Art und Weise nicht möglich erscheint. Der Sender RTL hat zu kommerziellen Zwecken den österreichischen Rentner zur Witzfigur degradiert. Die Forderung der Zahlung in Höhe von 16.000 Euro ist unbedingt begründet und in Anbetracht der Reichweite des DSDS-Formats meines Erachtens noch viel zu niedrig angesetzt.

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4 thoughts on “Niederösterreichisches “Monster” verklagt RTL auf Schmerzensgeld

  1. Naja, in Ösiland geht das anscheinend etwas anders (laut Stern):

    Ursprünglich habe der Mann 24.000 Euro gefordert, ein Gerichtsgutachten habe den Klagewert auf 16.000 Euro eingeschränkt.

    Und “Wiedergutmachung” auf andere Art und Weise nicht möglich”? Vielleicht legt RTL ja ein neues Format für ihn auf, DSDM, oder so. 😉

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